Jede der rund 700 öffentlichen Schulen in Berlin hat seit Beginn des Jahres einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss für schnelles Internet im Klassenzimmer. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, besonders aber ihrem Staatssekretär für Schuldigitalisierung Torsten Kühne (beide CDU), ist es damit gelungen, ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen – ein halbes Jahr vor der selbst gesetzten Deadline, dem Ende der Legislaturperiode. Als letzte Schule wurde zu Beginn des Jahres die Ernst-Haeckel-Schule in Hellersdorf angeschlossen.
Tagesspiegel Checkpoint: Berlins beliebtester Newsletter
![]()
Der schnellste Berlin-Überblick von Montag bis Samstag.
Bei einem Besuch dort am Freitag sagte Kühne, der Abschluss des Landesprogramms sei ein „zentraler Baustein der Berliner Bildungs- und Digitalstrategie“. Das Programm war im Sommer 2022 noch unter Günther-Wünschs Vorgängerin Astrid-Sabine Busse (SPD) aufgesetzt worden. Die Kosten beziffert die Bildungsverwaltung auf 51 Millionen Euro, wobei 24 Millionen aus der Landeskasse kommen und 27 Millionen aus dem Digitalpakt Schule des Bundes. Es profitieren nun etwa 35.000 Lehrkräfte und anderes pädagogisches Personal sowie 400.000 Schülerinnen und Schüler.
Kühne erklärte die zügige Umsetzung damit, dass das Berliner IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ) zentral mit der Ausschreibung und dem Programmmanagement für den Ausbau an allen Schulen beauftragt wurde. Das Stückwerk, das Berlin so häufig lahmlegt, wenn Großprojekte von jedem Bezirk einzeln gemanagt werden, konnte so umgangen werden. Maria Borelli, Vorständin des ITDZ, lobte die „klaren Zuständigkeiten und gute Zusammenarbeit“ zwischen den Zentrum, der Bildungsverwaltung sowie den Bezirken, und kündigte an: „Der standardisierte, gesamtstädtische Ansatz dient nun als Blaupause für weitere landesweite Digitalisierungsprojekte.“
Lesen Sie weiter auf Tagesspiegel PlusAlle Infos zur Anmeldung 2026 Das sind die begehrtesten Berliner Oberschulen – Bezirk für Bezirk Drei Wunschschulen! Wie geht das eigentlich? Neue Hotline soll Berliner Familien beim Übergang zur siebten Klasse helfen Da Vinci hätte den Probeunterricht nicht bestanden Kann man Berliner Grundschulnoten wirklich vergleichen?
Die Ernst-Haeckel-Schule ist eine Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe und kann ihren neuen Glasfaseranschluss gut gebrauchen: „Neben vorhandenen Angeboten wie Wahlpflichtunterricht in Robotik, Medienwelten oder dem Zusatzkurs Digitale Welten im Abitur können wir durch den Glasfaseranschluss digitale Bildung noch konsequenter anbieten“, sagte Schulleiter Kai Baumeister. Zuvor habe es zum Teil Probleme gegeben, wenn zu viele Klassen gleichzeitig digitale Unterrichtsformate nutzten. Nun seien die technischen Voraussetzungen gegeben, um den Jugendlichen beispielsweise auch einen sinnvollen und ethischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz beizubringen und sie so auf ihre Zukunft in einer digitalen Gesellschaft vorzubereiten.