TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Dit is Berlin, wa? In der Bundeshauptstadt sind in dieser Woche bei mittlerweile drei Vorfällen Kehrmaschinen in Gehwege eingebrochen. Ist Berlin etwa auf Treibsand gebaut?

Früher gab es den Stadtkehrer. Der hat mit dem Besen sauber gemacht. Weil das heute keiner mehr tun will, wurden Kehrmaschinen angeschafft. Die sind schneller, brauchen aber auch mehr Platz als ein Besen – und sind deutlich schwerer als ein Arbeiter. Ein Sprecher der Feuerwehr Berlin zu BILD: „Eine kleine Kehrmaschine wiegt leer in der Regel rund 2,5 Tonnen.“ Hinzu komme rund eine Tonne Zuladung. Zulässiges Gesamtgewicht: 3,5 Tonnen.

So sieht das Loch nach dem Unfall in Steglitz aus. Laut Polizei ist es zwei Meter tief

So sieht das Loch nach dem Unfall in Steglitz aus. Laut Polizei ist es zwei Meter tief

Foto: Ufuk Ucta

Kehrmaschine fiel in zwei Meter tiefes Loch

Zu viel für manche Bürgersteige: In der Schloßstraße (Steglitz) sackte am Dienstag der Weg vorm Einkaufszentrum „Das Schloss“ ein. Eine Kehrmaschine der Berliner Straßenreinigung (BSR) fiel beim Splitfegen in ein zwei Meter tiefes Loch. Weil darunter die U-Bahn verläuft, fiel die U9 zwischen Bundesplatz und Rathaus Steglitz kurzzeitig aus.

Warum brach der Boden einfach auf? „Der Oberstreifen des Gehweges hat nachgegeben und es ist zu einer Versackung gekommen“, sagte ein Sprecher des zuständigen Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf. Grundursache für den Unfall war wohl eine vermoderte Holzschalung unter der Straße. Auswirkungen auf die Statik des Shoppingcenters gibt es aber wohl nicht.

In der Almstadtstraße in Berlin-Mitte ist eine Kehrmaschine in den Gehweg eingebrochen

In der Almstadtstraße in Berlin-Mitte ist eine Kehrmaschine in den Gehweg eingebrochen

Foto: Berliner Feuerwehr

Roboter überprüft Abwasserkanal

Am Donnerstagmorgen brach dann eine Kehrmaschine in der Almstadtstraße (Mitte) ein. Die Feuerwehr hob das Fahrzeug mit hydraulischem Spezialgerät an. „Es ist dann eigenständig aus dem Loch gerollt“, so der Feuerwehr-Sprecher. Verletzt wurde niemand.

Ein weiterer Sprecher der Berliner Feuerwehr zu BILD: „An der Stelle fehlte ein Viertel Kubikmeter Erdreich.“ Warum? Noch unklar! Ein Trinkwasserrohrbruch konnte bereits ausgeschlossen werden. Mit einem Roboter wurde der Abwasserkanal untersucht. „Der ist es aber auch nicht gewesen“, sagt Stephan Natz (61) von den Berliner Wasserbetrieben.

Zuletzt brach am Freitag an der Argentinischen Allee direkt vor dem Krankenhaus Waldfriede (Zehlendorf) eine Kehrmaschine ein. Diesmal keine der BSR. Es erwischte den Klinik-Gärtner, der mit der hauseigenen Maschine den Bereich vor dem Krankenhaus säubern wollte. An der Ecke Fischerhüttenstraße sackte ein Hinterrad 40 Zentimeter tief ein. Der Gehweg war womöglich unterspült.

Die Kehrmaschine vom Krankenhaus Waldfriede sackte mit dem rechten Hinterrad im Bürgersteig ein

Die Kehrmaschine vom Krankenhaus Waldfriede sackte mit dem rechten Hinterrad im Bürgersteig ein

Foto: Ufuk Ucta

Das sagt die BSR

Ein Sprecher der BSR zu BILD: „Die Ermittlungen zu den Unfallursachen dauern noch an.“ Die beiden Kehrmaschinen befinden sich bereits wieder auf den Betriebshöfen der BSR. „Unsere Gehwegreinigung erfolgt in der Regel mit einer Kombination aus Kehrmaschinen- und Handreinigung“, so der Sprecher weiter. Vielleicht sollten zunächst nur noch Besen eingesetzt werden.