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„Rechte Bedrohung in Weyhe?“: Pastor Gerald Meier (v.l.), Jörn Rosenthal, Claudia Metzen und Volkan Gizli – Mitglieder beim „Runden Tisch gegen Rechts – für Integration Weyhe“ zeigen das Plakat zur Gesprächsveranstaltung. © Martin Kowalewski
Der Runde Tisch gegen Rechts organisiert im Mai eine Demokratiewoche in Weyhe. Am 6. März startet ein moderiertes Gesprächsformat in der Pfarrscheune.
Weyhe – Der „Runde Tisch gegen Rechts – für Integration Weyhe“ hat im Vorfeld der diesjährigen Kommunalwahlen einiges vor. Im Mai soll es eine Demokratiewoche geben, für die sich schon zahlreiche Unterstützer gefunden haben. Am 10. Mai ist ein Demokratiefest geplant. Schon am 6. März um 19.30 Uhr lädt der „Runde Tisch“ zur Diskussion im moderierten Gesprächsformat „Sprechen und Zuhören“ in die Pfarrscheune, Kirchweg 24, ein. Thema: „Rechte Bedrohung in Weyhe?“. So will der Runde Tisch ein Zeichen gegen rechtsextreme und rechtspopulistische Bestrebungen in Weyhe setzen.
Bei der Veranstaltung sollen verschiedene Sichtweisen zusammengeführt werden. Es soll ein Beitrag zum Gespräch miteinander werden, sagt Gerald Meier, Pastor bei der evangelisch-lutherischen Felicianusgemeinde und Mitglied des „Runden Tisches“. Meier zeigt auch auf, was etwa herauskommen könnte: „Wie finden wir Antworten gegen Sorgen?“ Er macht deutlich, man wolle auch konservative Positionen dabei haben. Es gehe um die Schwarmintelligenz.
Das Format „Sprechen und Zuhören“ stammt vom Verein „Mehr Demokratie“, wie Claudia Metzen vom „Runden Tisch“ sagt, die an dem Abend zusammen mit einer weiteren Person moderieren wird. Bei den Diskussionen sind bestimmte Regeln einzuhalten. So sind etwa verallgemeinernde Aussagen, Bewertungen und Beleidigungen nicht erlaubt. Es soll in der Ich-Perspektive gesprochen werden. Durch zwei Gesprächsrunden kann jeder Gehörtes aufgreifen, sagt Metzen. So sollen verschiedene Sichtweisen zusammenkommen, und Leute sollen ihre Meinungen austauschen, die das sonst nicht tun. Der Titel der Veranstaltung soll viele Menschen anziehen. Es soll keine Diskussion in der „linksgrünen Bubble“ werden, sagt Metzen, die selbst bei den Grünen ist.
Die Veranstaltung könnte ein Beitrag sein, die radikalen Lager etwas einzudampfen, damit ein respektvoller Dialog möglich ist, sagt Volkan Gizli vom „Runden Tisch“ und in der CDU. So könnten Leute in die Mitte geholt werden, was später immer schwieriger werde.
Jörn Rosenthal vom „Runden Tisch“ und ebenfalls Mitglied bei den Grünen spricht von einem um sich greifenden Populismus und spricht die Radikalisierung in sozialen Medien an. „Man ist da kaum noch bereit, mal zuzuhören. Man will was raushauen“, sagt er. Das geschehe auch laut in Videos. Er zeigt für die Diskussion am 6. März eine Grenze auf: „Verfassungsfeindliche Äußerungen werden wir nicht dulden!“
Pastor Meier ist unter Verweis auf den jüngst veröffentlichten Deutschland-Monitor besorgt. Jeder fünfte sei „offen für schnelle Antworten“. Die Demokratie sei aber eben langsam und sorgfältig. „Das können Leute heute oft nicht aushalten“, sagt er. Meier kommt auf die AfD zu sprechen: „Ich sehe die AfD außerhalb der demokratischen Mauern.“ Und er sagt: „Ich bin froh, dass meine Kirche da klar ist. Wer in kirchlichen Gremien tätig ist, darf nicht bei der AfD mitmachen.“ Er macht hier aber einen Unterschied zwischen den Aktiven der Partei und ihren Wählern. Der Pastor sieht im Aufkommen des Rechtspopulismus einen Wellenschlag aus den USA. „Was in Amerika passiert, ist eine typische Instrumentalisierung der Religion“, sagt der Pastor. Dort werde die Demokratie abgebaut. So etwas möchte er hier nicht erleben. „Die Demokratie ist schwach, wenn sie sich nicht wehrt.“
Die Demokratiewoche soll um den 8. Mai, den Tag der Befreiung, stattfinden. Ein Demokratiefest mit Beiträgen und Ständen von Unterstützern ist am 10. Mai geplant. Auf Unterstützer ist der „Runde Tisch“ bei der Demokratiewoche angewiesen. Auch geplant: Das Bühnenstück „NSU Monologe“ von dem in Berlin ansässigen und bundesweit aktiven Ensemble „Bühne für Menschenrechte“ soll aufgeführt werden. Es soll auch ein Film zur NSU-Gerichtsbarkeit gezeigt werden.
Positive Rückmeldungen auf einen Unterstützungsaufruf soll es bereits gegeben haben vom Förderverein Leselust, der fraktionsübergreifenden Gruppe aus dem Gemeinderat „Weyhe gemeinsam“ und auch von den Sternsingern der katholischen Gemeinde „Heilige Familie“. Die Weyher Jusos planen eine Ausstellung zum Krieg in der Ukraine. Auf dem Plakat und dem Programm für die Demokratiewoche mit ihren Logos vertreten sein sollen „B-Native“, die SPD Weyhe, die Genossenschaft Bürgerenergie Weyhe und der Segelsportverein Wiking. Insbesondere die Theateraufführung kostet Geld. Wer die Demokratiewoche mit Spenden unterstützen will, findet Kontakt per Mail-Adresse unter Gerald.Meier@evlka.de.