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Zugeparkte Wege sind in Bremen in vielen Straßen ein Hindernis für Fußgänger und radfahrende Kinder. © SINA SCHULDT/DPA
Eine Bremer Familie zieht vor Gericht, weil zugeparkte Gehwege ihre Kinder gefährden. Der VCD unterstützt die Klage als Präzedenzfall.
Berlin/Bremen – Eine Bremer Familie klagt mit Unterstützung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) derzeit vor dem Verwaltungsgericht, dass ihre Kinder das Radfahren auf dem Gehweg sicher ausüben können. Der Verkehrsclub möchte damit einen Präzedenzfall schaffen, der für den Schutz von Gehwegen Bedeutung erlangen kann. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, betont: „Kinder haben ein Recht auf geschützte Bewegungsräume. Dafür braucht es Platz zum Radfahren und freie, sichere Gehwege.“
Im Herbst hatte der ökologische Verkehrsclub dazu aufgerufen, regelmäßig zugeparkte Gehwegabschnitte über ein Online-Tool zu melden. Die Auswertung der mehr als 3.300 Meldungen zeige, ein bundesweites Problem, so der VCD: Parkende Fahrzeuge engten vielerorts Gehwege stark ein und gefährdeten damit Fußgänger und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Dabei sei das Parken auf Gehwegen nur dann zulässig, wenn es durch eine entsprechende Bordsteinmarkierung oder ein Verkehrsschild erlaubt sei.
Klage gegen Parken auf dem Gehweg in Bremen betont weitläufiges Problem
„Ob zulässig oder nicht: Bei nahezu allen gemeldeten Gehwegabschnitten verbleiben Passanten weniger als 1,50 Meter, in über 80 Prozent der Fälle sogar nur ein Meter oder weniger“, so Michael Müller-Görnert. „Auf jedem vierten gemeldeten Gehwegabschnitt fahren zudem regelmäßig Kinder mit dem Rad. Bis zum Alter von acht Jahren müssen Kinder zum Radfahren den Gehweg nutzen, um sicher unterwegs zu sein.“ Engstellen durch parkende Autos widersprechen dieser Schutzfunktion jedoch, so Müller-Görnert. „Bei jeder zweiten Meldung war der Gehweg auf beiden Straßenseiten zugeparkt. Den radelnden Kindern, aber auch Fußgängern und Rollstuhlfahrern, bleibt dann häufig nichts anderes übrig, als auf die Straße auszuweichen – was schnell lebensgefährlich werden kann.“