Während der Endspurt zur Eröffnung des Terminals 3 des Frankfurter Flughafens läuft, konnte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte am Freitag im neuen Terminal mitteilen, dass die Fluggesellschaft Condor ihre Basis vom Norden des Flughafens in das neue Terminal im Süden verlegen wird. Mit dem Beginn des Sommerflugplanes 2027 soll der Umzug vollzogen sein.
Schulte war sich sicher, Condor im neuen Terminal mit moderner Technik beste Voraussetzungen für weiteres Wachstum bieten zu können – vom Check-in bis zu CT-Scannern an den Sicherheitskontrollen und komfortablen Gebäudepositionen für die Jets. Auch eine Condor-Lounge soll es dort geben. Mit dem Umzug in das neue Terminal 3 treibe die Airline ihre strategische Weiterentwicklung konsequent voran, sagte Airline-Chef Peter Gerber. Nach der Flottenerneuerung und der Neuausrichtung der Airline von einer reinen Ferien-Fluggesellschaft zu einer Airline mit Urlaubs- und Geschäftsreiseangeboten investiere man nun auch in eine zukunftsträchtige Infrastruktur. Das moderne Terminal 3 biete ideale Voraussetzungen für weiteres Wachstum, operative Stabilität und ein hochwertiges Reiseerlebnis für die Condor-Fluggäste, so Gerber weiter.
„Condor erhöht Konnektivität des Frankfurter Flughafens“
„Es ist ein guter Tag für den Flughafen Frankfurt“, sagte Pierre Dominique Prümm, der im Fraport-Vorstand die Ressorts Aviation und Infrastruktur verantwortet. Condor vergrößere das Angebot an Flügen von Frankfurt aus. Das bedeute, dass die Konnektivität des Flughafens, also die Zahl der von Frankfurt aus zu erreichenden Ziele, weiter wachse. Eine möglichst hohe Konnektivität mache im Kern den Wert des Frankfurter Flughafens als Luftverkehrsdrehkreuz aus.
Ein Condor-Flugzeug an Terminal 3Frank Röth
Wie Condor-Chef Gerber erwartet Prümm, dass die mit Terminal 3 neu geschaffene Kapazität und die im Terminal verbaute Technik durch schnelle Prozesse die Wachstumspläne der Condor begünstigen. Mit der Entscheidung der Condor, die Basis in das neue Terminal im Süden zu verlegen, sieht der Fraport-Manager aber auch für Terminal 1 im Norden des Flughafens neue Entwicklungsmöglichkeiten. Das 1972 eröffnete Abfertigungsgebäude wurde zwar immer wieder ertüchtigt und 2012 um den 800 Meter langen Flugsteig A-Plus erweitert, den vor allem die Lufthansa und deren Star-Alliance-Partner nutzen. Der Platz ist dort aber längst wieder knapp. Diese Situation dürfte sich durch den Condor-Umzug entspannen.
Airlines aus Terminal 2 ziehen ebenfalls in den Süden
Das ebenfalls im Norden gelegene Terminal 2 bedarf einer grundlegenden Sanierung und kann auf absehbare Zeit nicht als Platzreserve genutzt werden. Anders als im Terminal 1 ist dort laut Fraport nicht stetig ertüchtigt und erneuert worden. Geplant ist, 2028 mit den ersten baulichen Veränderungen zu beginnen.
Daher wird nicht nur Condor in Zukunft Terminal 3 nutzen. Vielmehr werden auch alle derzeit im Terminal 2 angesiedelten Fluggesellschaften den Planungen zufolge bis zum 9. Juni dieses Jahres in das neue Abfertigungsgebäude im Süden des Flughafenareals umziehen.
Der Erstflug vom neuen Terminal aus ist für den 23. April vorgesehen, feierlich eröffnet wird einen Tag früher. Der Umzug der Airlines aus Terminal 2 in den Süden soll in vier Wellen geschehen. Zu den Gesellschaften, die schon am Eröffnungstag das neue Terminal nutzen werden, gehören die Emirates, Korean Air, Cathay Pacific und Qatar Airways.
Mit der Eröffnung des neuen Terminals, in das Fraport rund vier Milliarden Euro investiert, erwartet Schulte einen pünktlicheren Betrieb für den gesamten Flughafen. So sei es etwa der Deutschen Flugsicherung möglich, Flugzeugen für einen schnellen Betriebsablauf günstigere Positionen und Rollwege zuzuweisen.