Die Fans von Technik- und Kamerageschichte sowie wissenschaftlichen Experimenten müssen sich beeilen. Denn die Technischen Sammlungen (TSD) werden voraussichtlich gegen Ende des Jahres am derzeitigen Standort im Ernemannbau komplett schließen, teilte die Stadt Dresden teilte mit.

Gebäude dringend sanierungsbedürftig

Das Museum ist seit 1993 in den früheren Ernemann-Werken untergebracht, die einst Kameras und Kinoprojektoren herstellten. Doch der historische Gebäudekomplex ist laut Stadt dringend sanierungsbedürftig, der Innenhof gar einsturzgefährdet. Ende 2026 sollen nun die Vorbereitungen für den Abbruch des Innenhofes beginnen. Der eigentliche Abbruch am Hofkeller der Technischen Sammlungen ist ab Frühjahr 2027 vorgesehen, wie ein Rathaussprecher MDR SACHSEN mitteilte. Zuvor sind bauvorbereitende Arbeiten fällig.

Anschließend entstehe im Innenhof der neue „Garten der Wissenschaften“ – allerdings erst, wenn die denkmalgerechte und energetische Instandsetzung des gesamten Hauses abgeschlossen sei. Die Arbeiten für den Neubau beginnen laut Stadt frühestens 2030. Sie sollen spätestens bis Ende 2033 abgeschlossen sein. Die Finanzierung des Neubaus sei noch offen.

Komplette Schließung für zwei Jahre geplant

Fest steht aber: Während der energetischen Sanierung bleibt der Ernemannbau für Besucher für rund zwei Jahre geschlossen, weil sämtliche Räume betroffen sind – vom Austausch maroder Fenster über die Erneuerung des Daches bis hin zur Installation einer Photovoltaikanlage. Dennoch planen die TSD ein Interimsprogramm an einem anderen Ort.

20 Millionen Euro Baukosten nur teilweise finanziert

Finanziell sind laut Stadt für die Sanierungen zwei große Posten vorgesehen, mit Baukosten von rund 20 Millionen Euro: Für den Rück- und Wiederaufbau des Innenhofs plane die Stadt 6,5 Millionen Euro ein, bislang ohne Fördermittel. Weitere 13,8 Millionen Euro seien für die energetische Erneuerung von Fassaden und Dächern veranschlagt. Dafür könnten bis zu sechs Millionen Euro aus einem Bundesprogramm fließen, hieß es.

Gerüchte über eine komplette Schließung oder einen Verkauf des prägnanten Industriedenkmals weist die Stadt entschieden zurück: Die Technischen Sammlungen seien das besucherstärkste Museum im städtischen Verbund und gelten mit ihren MINT-Angeboten als zentraler Bildungsakteur in Dresden und weit darüber hinaus, hieß es auf Nachfrage von MDR SACHSEN.

Gerüchte über eine komplette Schließung oder einen Verkauf weist die Stadt entschieden zurück.

Presseamt
Stadtverwaltung Dresden

Programme für Familien und Schulen an Interimsstandort

Laut Stadt laufen derzeit Gespräche zu möglichen Interimsorten für die Angebote des Museums. Für die rund zweijährige Dauer des Interims soll das Programm der TSD wesentliche Teile der Science-Center-Ausstellungen umfassen, darunter das „Erlebnisland Mathematik“, den Bereich „Wellenreiter“, das Schulangebot „DLR_School_Lab“ der TU Dresden sowie weitere Angebote für Jugendliche und Familien. Dazu gehören das Bildungsmakerspace „Machwerk“ und möglicherweise auch der Escape-Room „Katze Q“.

Für das Personal bedeute die Bauphase keine Unsicherheit: Die Beschäftigten verbleiben demnach im Museumsverbund der Stadt Dresden. Ein Teil soll am Interimsprogramm arbeiten und Ausstellungen für die Wiedereröffnung vorbereiten. Das Aufsichtspersonal gehört hingegen nicht zum Museum.