„Hello again“ – so eröffnet Howard Carpendale am Freitagabend im Düsseldorfer Schlager-Café. Seine Fans, darunter Inga, stimmen ein. „Ich habe jede Tournee mitgemacht, bestimmt schon 200 Konzerte gesehen“, sagt sie. Neben ihr stehen Ute, Nicole und Josi. Alle drei sind zum Release-Konzert von Carpendales neuem Album gekommen. „Wir finden ihn charismatisch, die Stimme ist toll.“
Vor 60 Jahren begann Carpendales Karriere in Düsseldorf. Jetzt, mit 80 Jahren, steht er auf Nummer eins der deutschen Albumcharts. „Das ist schon toll“, sagt er, bedankt sich und schüttelt erst mal viele Hände seiner Fans am Bühnenrand. „Zeitlos“ heißt das neue Album, das ihn zum ersten Mal in seiner langen Karriere an die Chart-Spitze katapultierte. Diesen Moment feiert er ausgiebig mit seinen rund 1000 Fans im Schlagercafé. „Im Alter von 80 Jahren ist das wirklich spät, da kann man kein Album mehr machen, das ‚Mittendrin‘ heißt“, sagt er schmunzelnd. Aber: „Ich bin kein alter Sack nur ein junger Mann, der lange gelebt hat.“ Das sehen auch seine Fans so, die ihn an diesem Abend nahbar erleben und mit Vorfreude auf die Tour, die im März startet. Er erzählt Anekdoten aus seinem Leben, beantwortet Zuschauerfragen und streut kurze Witze ein. „Am besten packt ihr die Handys weg, dann könnt ihr besser applaudieren.“
Das Besondere an diesem Abend kurz vor dem Tourstart: Es wird noch ein bisschen unter echten Bedingungen geprobt. Denn seine großen Hits sind auf dem Album als Neueinspielungen zu hören. Sie klingen etwas anders, frisch und modern, die neuen Arrangements erfordern aber volle Konzentration. Daran lässt Carpendale seine Gäste teilhaben, erklärt, wie er aus seinen vielen Hits das Programm zusammenstellt. Mitsingen können seine Songs im Schlager-Café aber ohnehin alle, sei es „Ti Amo“, „Dann geh doch“ oder „Tür an Tür mit Alice“.
„Ich bin schon seit 44 Jahren Fan“, sagt Jörg aus Essen. Sein Bruder Klaus ist zum ersten Mal bei einem Konzert dabei. Bei Carpendale könne man sehen, wie Männer mit den Gefühlen des Lebens umgehen.
Während des Konzerts überreicht ein Fan Carpendale einen grünen Spielzeug-Schraubenzieher. Als Kind sei das ein Ersatzmikrofon für ihn gewesen. „Ich habe bei uns zu Hause auf dem Tisch gestanden und deine Lieder gesungen“, sagt er. Nun stehe er auch selbst auf der Bühne, Howard Carpendale habe ihm Mut gemacht. Mit „Sophia Loren“ von Roy Bianco & Die Abbruzanti Boys beendet dieser schließlich den Abend. Und kündigt ein Wiedersehen an. „Ich freue mich auf euch, wir sehen uns bei der Tournee.“