Bielefeld. Arminia Bielefeld gerät im Abstiegskampf der 2. Bundesliga wieder in Bedrängnis. Der Aufsteiger kassierte bei der 0:1 (0:0)-Pleite gegen Hannover 96 die zweite Niederlage in Folge. Gegen das Spitzenteam konnte sich der DSC lange Hoffnungen auf einen Zähler machen. Doch ein unglückliches Handspiel von Stefano Russo und der daraus resultierende Elfmeter brachten die Arminen auf die Verliererstraße.
Die Siege von Dresden (3:1 gegen Darmstadt) und Düsseldorf (2:1 gegen Bochum) am Freitagabend hatten den Druck auf den DSC erhöht, gegen Hannover selbst etwas Zählbares zu sammeln. Für dieses Unterfangen stellte Cheftrainer Mitch Kniat seine Startformation im Vergleich zur schwachen Vorstellung beim 1:2 eine Woche zuvor in Fürth lediglich auf einer Position um. Benjamin Boakye startete als Rechtsverteidiger anstelle von Christopher Lannert.
Im Duell mit seinem ehemaligen Lehrmeister Christian Titz, der den jungen Kniat in der A-Jugend von Alemannia Aachen coachte, sah der DSC-Trainer früh die erste Gelegenheit für sein Team. Monju Thaddäus Momuluh – einer von drei ehemaligen Hannover-Profis in Arminias Startelf – setzte sich nach einem langen Ball robust gegen Ime Okon durch, rutschte dann beim Schussversuch jedoch weg (2. Minute).
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DSC Arminia Bielefeld
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Arminias Ertrag stimmt mal wieder nicht
Auch sonst gehörte den Hausherren vor 26.750 Zuschauern auf der ausverkauften Alm die flotte Anfangsphase. Die Arminen setzen die Gäste früh unter Druck und ließen den Favoriten nicht zur Entfaltung kommen. Trotz Überlegenheit blieb der Ertrag für die Bielefelder gleichwohl gering. Erst in der 22. Minute kam Maximilian Bauer zu einer Halbchance. Im Anschluss an eine Ecke erwischte der 25-Jährige den Ball im Gedränge rund um den Fünfmeterraum nicht richtig – kein Problem für 96-Keeper Nahuel Noll.
Nun meldete sich auch der Aufstiegsaspirant in der Begegnung an. Elias Saad steckte links in den Strafraum auf Kolja Oudenne durch, der den Ball an das Außennetz jagte (24.). Zweitligatoptorjäger Benjamin Källman (13 Treffer) zielte in der 30. Spielminute aus vielversprechender Position zu hoch. Insgesamt agierten die ambitionierten Niedersachsen aber ebenfalls nicht zwingend genug und überließen dem DSC häufig den Ball. Der wiederum wusste damit nur wenig anzufangen.
Bis zur Halbzeitpause nahm die Qualität der Partie daher spürbar ab. Ein Freistoß von Stefano Russo (35.) und ein Schlenzer (45.+2) waren die einzig erwähnenswerten Annäherungen. Dass in der Schüco-Arena eine Mannschaft um den Klassenerhalt kämpfte und sich die andere mitten im Aufstiegsrennen befindet, war kaum zu erkennen. Das torlose Remis zum Seitenwechsel war die logische Konsequenz.
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Arminia beginnt in der zweiten Halbzeit erneut besser
Arminias Benjamin Boakye vor der Ballannahme im Spiel gegen Hannover 96.
| © Sarah Jonek
Im zweiten Spielabschnitt erwischte Arminia erneut den besseren Beginn. Es dauerte nur 14 Sekunden, ehe ein geblockter Schuss von Mael Corboz vor den Füßen von Momuluh landete, der rechts im Strafraum aus etwa zwölf Metern abzog, jedoch über den Kasten schoss.
Ansonsten lief beim DSC offensiv weiter wenig zusammen. Und dann folgte auch noch die kalte Dusche. In der 60. Minute bekam Stefano Russo den Ball bei einem Klärungsversuch an dem Arm, was zunächst ungeahndet blieb. Auf Geheiß von Videoschiedsrichter Arne Aarnink musste Referee Eric Weisbach allerdings an den Bildschirm, um die Szene zu prüfen. Wenige Minuten später verkündete er seine Entscheidung über die Stadionmikrofone: Elfmeter für Hannover 96. Kapitän Enzo Leopold nahm sich der Sache an und verwandelte unten links zur 1:0-Führung (63.).
Nach fünf Minuten reagierte Kniat und brachte Joel Grodowski und Noah Sarenren Bazee für Momuluh und den abermals enttäuschenden Rochelt. Schwung kam durch die personellen Änderungen aber nicht in die Angriffsbemühungen der Ostwestfalen. Die 96er hingegen spielten mit der Führung im Rücken abgeklärt.
Die Arminia-Fans jubelten umsonst
Erst weit in der Nachspielzeit wurde es noch einmal wild. Zunächst prüfte Grodowski 96-Schlussmann Noll mit seinem Versuch aufs kurze Eck. Beim anschließenden Eckball jubelten die Arminia-Fans schon über den vermeintlichen Ausgleich. Doch weil 96-Torwart Noll zuvor in der Luft von DSC-Keeper Jonas Kersken angegangen worden war und dann auch noch Sarenren Bazee den Ball mit der Hand über die Linie drückte, verweigerte Schiedsrichter Weisbach dem Treffer zu Recht die Anerkennung. Auch auf Tim Handwerkers Freistoß in der 11. Minute der Nachspielzeit hatte Noll die passende Antwort.
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In der Tabelle rutscht der DSC durch die elfte Saisonniederlage auf Rang zwölf ab, hat vor dem Kellerduell zwischen Eintracht Braunschweig und Preußen Münster am Sonntag (13.30 Uhr) aber weiter vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz 16.
Schon am Freitag (18.30 Uhr) wartet auf die Bielefelder dann beim Auswärtsspiel gegen Schalke 04 der nächste dicke Brocken.
Zwischen Chance und Risiko: Arminia Bielefelds Programm hat es in sich
