Exakt 41.737 Zuschauer, davon rund ein Viertel aus dem Ruhrgebiet, sahen in der Stockumer Arena eine unterhaltsame Partie, die das Team von Chefcoach Markus Anfang dank ihrer besten Saisonleistung über weite Strecken dominierte und am Ende verdient mit 2:1 gewann. Cedric Itten und Florent Muslija erzielten die beiden Treffer für Fortuna, Farid Alfa-Ruprecht gelang in der Schlussphase nur noch der Anschluss. Durch den Sieg machten die Düsseldorfer wichtige Meter im Abstiegskampf und pirschten sich bis auf einen Punkt an die Bochumer heran.

Den Düsseldorfern waren in den vergangenen anderthalb Wochen die Innenverteidiger ausgegangen, und trotzdem blieb Trainer Anfang seinem 3-4-2-1-System treu. In Abwesenheit von Kenneth Schmidt (Kreuzbandriss), Jordy de Wijs (Adduktorenverletzung) und Jesper Daland (Rotsperre) übernahm Sima Suso wieder den linken Part in der Dreierkette. Außerdem rutschte Valgeir Lunddal als rechter Schienenspieler in die Anfangsformation, während Emmanuel Iyoha die Seite wechselte – und Christian Rasmussen startete für den zuletzt angeschlagenen Muslija im linken offensiven Halbraum.

Es dauerte allerdings nur etwas mehr als eine Viertelstunde, da stand Muslija doch auf dem Platz. Lunddal war auf Höhe der Mittellinie zu Boden gegangen, und es stellte sich relativ zügig heraus, dass der Isländer nicht würde weitermachen können. Schon zu diesem Zeitpunkt waren die Düsseldorfer das deutlich bessere Team, obwohl Bochum nach wenigen Minuten durch Gerrit Holtmann die erste Großchance der Partie verzeichnet hatte. Anschließend spielte jedoch nur noch die Anfang-Truppe – mit Tempo, Leidenschaft und Spielwitz. Wie schon beim 1:2 in Darmstadt münzte sie ihre Überlegenheit aber auch diesmal lange nicht in Zählbares um.

Weder Shinta Appelkamp noch Emmanuel Iyoha oder Anouar El Azzouzi brachten die Kugel trotz bester Gelegenheiten im VfL-Kasten unter. Um dieses Kunststück zu schaffen, brauchte es, na klar, den Torjäger vom Dienst: Itten. Kurz vor der Halbzeit stieg er nach einer guten Iyoha-Flanke am Fünfmeterraum am höchsten und verlängerte den Ball per Kopf bärenstark ins lange Eck – zur hochverdienten Führung. Auch nach dem Seitenwechsel hielt Fortuna das Gaspedal gedrückt und fuhr den weiteren Lohn ihres wirklich guten Auftritts diesmal schneller ein: Nach kämpferischer Vorarbeit von Christian Rasmussen schweißte Muslija das Spielgerät traumhaft zum 2:0 in den Winkel.

Bochum bekam nach dem Anschlusstreffer von Alfa-Ruprecht in der Schlussphase zwar nochmal neue Luft, die Anfang-Truppe brachte ihren Vorsprung aber mit viel Kampf über die Ziellinie.