Festakt im Aachener Rathaus

Belarussische Oppositionelle holt persönlich Karlspreis ab

28.02.2026 – 11:08 UhrLesedauer: 1 Min.

Maria Kolesnikowa aus Belarus: Sie nimmt nachträglich den Karlspreis in Empfang.Vergrößern des Bildes

Maria Kolesnikowa aus Belarus: Sie nimmt nachträglich den Karlspreis in Empfang. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Jahrelang war Maria Kolesnikowa politische Gefangene in Belarus. In dieser Zeit wurde ihr der Karlspreis verliehen, den sie aber nicht entgegennehmen konnte. Jetzt soll alles nachgeholt werden.

Die belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa hat nach ihrer Freilassung aus der Haft die Möglichkeit erhalten, den ihr 2022 verliehenen Karlspreis persönlich entgegenzunehmen. Die 43-Jährige wird am 14. März in Aachen zur Preisverleihung erwartet.

Bei der ursprünglichen Verleihung konnte Kolesnikowa nicht anwesend sein. Sie war zu diesem Zeitpunkt in Belarus inhaftiert. Ihre Schwester vertrat sie damals bei der Zeremonie.

Wie die Stadt Aachen mitteilte, soll die Preisverleihung in einem Festakt im Krönungssaal des Rathauses nachgeholt werden. Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet, bezeichnete dies als „ein starkes Signal an alle, die in Europa für Freiheit und Demokratie eintreten“.

Kolesnikowa gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Massenproteste in Belarus nach der Präsidentenwahl von 2020. Im September 2020 wurde sie festgenommen und blieb bis zu ihrer Freilassung in Haft. Der Karlspreis wurde ihr zusammen mit zwei weiteren Bürgerrechtlerinnen aus dem autoritär regierten Belarus zuerkannt.

Machthaber Alexander Lukaschenko hatte im Dezember mehr als 120 politische Gefangene freigelassen, unter ihnen auch Kolesnikowa. Seit ihrer Freilassung lebt die Oppositionelle in Berlin.