Ab dem 1. März wird Frankreich offiziell neue Steuern auf kleine Sendungen einführen, die von außerhalb der Europäischen Union (EU) importiert werden. Dies ist ein Schritt zur Eindämmung des Zustroms billiger Waren auf den heimischen Markt.
Im Haushaltsgesetz 2026 wurde eine Steuer von 2 Euro (2,36 USD) beschlossen, die für Bestellungen unter 150 Euro (177 USD) gilt, die nach Frankreich (Festland) sowie in Überseegebiete wie Martinique, Guadeloupe, Réunion und Monaco geliefert werden.
Die französische Regierung erklärt, die Maßnahme ziele darauf ab, die massive Einfuhr von Billigprodukten einzudämmen und Verbraucher dazu zu bewegen, kürzere Lieferketten und lokale Geschäfte zu bevorzugen. Tatsächlich zielt die Politik jedoch vor allem auf Artikel ab, die über asiatische E-Commerce-Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress bestellt werden und aufgrund ihrer niedrigen Preise viele europäische Kunden anziehen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Steuer pro beim Zoll angemeldetem Artikel und nicht pro Paket berechnet wird. Enthält ein Paket ausschließlich identische Produkte, zahlt der Importeur lediglich 2 Euro Steuer. Beinhaltet ein Paket jedoch viele verschiedene Produktarten, werden für jede Art zusätzlich 2 Euro fällig, wodurch sich die Gesamtsteuer unter Umständen deutlich erhöht, selbst wenn der Bestellwert unverändert bleibt.
Grundsätzlich zahlen Verbraucher diese Steuer nicht direkt. Die Zahlungspflicht liegt bei demjenigen Unternehmen, das bei der Einfuhr die Mehrwertsteuer entrichten muss, also entweder beim Verkäufer oder über eine Zwischenplattform. Experten gehen jedoch davon aus, dass diese Kosten dem Endpreis hinzugerechnet werden, sodass Käufer sie indirekt doch tragen.
Frankreichs Vorgehen ist nur vorübergehend, bis die EU einen ähnlichen Mechanismus im gesamten Block einführt. Ab dem 1. Juli 2026 plant die EU, eine Gebühr von 3 Euro (3,55 US-Dollar) auf kleine Sendungen zu erheben, um den Zustrom billiger Importe einzudämmen und gleichzeitig Qualitätsstandards und fairen Wettbewerb für europäische Unternehmen zu gewährleisten.
Laut Prognosen aus dem Jahr 2024 gelangten rund 4,6 Milliarden Pakete unter 150 Euro auf den europäischen Markt – das entspricht mehr als 145 Paketen pro Sekunde. 91 % davon stammten aus China. Dieser rasante Anstieg setzt europäische Hersteller und Einzelhändler unter erheblichen Druck und veranlasst die Regierungen, die Vorschriften für den grenzüberschreitenden Handel zu verschärfen.
Quelle: https://vtv.vn/phap-danh-thue-voi-cac-kien-hang-nho-nhap-khau-10026022819083306.htm