Die Frühlingssonne und das fröhliche Lachen der Kinder vom Spielplatz nebenan täuschen. Aus dem Haus der Kallarts und Hauks dringt ein beißender Geruch von Verbranntem bis vor die Haustür. Die Familie, die in diesem idyllisch gelegenen Haus im Stadtberger Ortsteil Deuringen ihr Zuhause hat, ist fassungslos. Vor zwei Wochen, Sonntagfrüh, als das Dorf mitten im Fasching steckte, stand ihr Haus plötzlich in Flammen. Wahrscheinlich hat ein technischer Defekt das Feuer in der Wohnung im ersten Stock ausgelöst. Ihr Besitzer Andreas Kallart hat sich bei den Aufräumarbeiten einen Stirnhöhlenbruch zugezogen. Er muss operiert werden. Eine Hausratversicherung hatte er nicht. Mit einer Spendenaktion bei Gofundme will seine Schwester ihm helfen.
Die offene Wunde an der Stirn des 37-Jährigen wurde fürs Erste mit ein paar Stichen genäht. Andreas Kallart wollte einen vom Feuer zerstörten Rollladen in einen Container werfen, als er sich am Kopf verletzte. So ganz begreifen kann er seine Lage bis heute nicht. Als die Flammen meterhoch aus dem Fenster seines Wohnzimmers schlugen, war er gerade auf Montage in Amerika. „Man kann sich nicht vorstellen, wie das ist, wenn man sich so sehr auf daheim freut, und dann kommt man an, und man hat gar nichts mehr“, sagt er.

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Aus dem Wohnzimmerfenster des Hauses schlugen Flammen.
Foto: Familie
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Aus dem Wohnzimmerfenster des Hauses schlugen Flammen.
Foto: Familie
Schwarze Decken, Böden und Wände
Seine Möbel, die Küche, die technischen Geräte: Alles ist zu Schutt und Asche verbrannt. Zurückgeblieben sind verkohlte Decken, Böden und Wände. Und das verrußte Zimmer seines Mitbewohners. Es wird wahrscheinlich neun bis zwölf Monate dauern, bis die Wohnung wieder bewohnbar ist. Zumindest war das Gebäude versichert. Doch auch der Dachstuhl muss erneuert werden. Die Hauks suchen gerade einen Zimmerer, der ihnen mit den Dachbalken hilft.
Ganz oben unter dem Dach hatte der 27-jährige Cousin sein Zuhause. Am Morgen der Katastrophe rettete er sich über das Dach vor den Flammen. Der Mitbewohner aus der brennenden Wohnung im ersten Stock hatte den Brand zuerst bemerkt und laut „Hilfe, Hilfe, Feuer“ gerufen. So laut, dass die schwangere Schwester von Andreas Kallart und ihr Partner ihn eine Etage tiefer hören konnten. „Er stand dann völlig verrust vor der Tür“, erinnert sich die Schwester Michaela Hauk. Sie wohnt, wie ihre Eltern, weiterhin in dem Haus.

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Die Wohnung im ersten Stock ist komplett ausgebrannt.
Foto: FFW
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Die Wohnung im ersten Stock ist komplett ausgebrannt.
Foto: FFW
Die Feuerwehr rettete die Eltern aus dem Haus
Schnell wurde die Feuerwehr gerufen und die Eltern in der benachbarten Wohnung gewarnt. Höchstens zehn Minuten später muss die Feuerwehr dann schon mit Leitern und Drehleiter da gewesen sein, um die Eltern aus dem Haus zu retten und zu löschen, erzählt Michaela Hauk. Gut vier Stunden hat der Einsatz der etwa 60 Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Deuringen und Stadtbergen gedauert.
Schon am ersten Tag danach seien um die 30 Helfer gekommen, um mit anzupacken und das verbrannte Material zu entsorgen. Die Familie ist froh, so viel Unterstützung erfahren zu haben. Zwei Wochen später ist vieles schon im Container direkt vor dem Haus gelandet. Es muss nach Müll und Sondermüll getrennt werden, erzählt die Familie. Auf der Wiese im Garten stapelt sich weiteres Material.
Seine Schwester sammelt Spenden für ihn auf Gofundme
Wenn Michael Kallart nach der Operation aus dem Krankenhaus zurückkommt, wird er noch kein eigenes Zuhause haben. Keinen Schrank, kein Bett und keine Küche. Seine Schwester Michaela Hauk hat sich deshalb entschlossen, Spenden zu sammeln, mit denen sich ihr Bruder neu einrichten kann. Unter www.gofundme.com/f/wohnung-meines-bruders-ist-ausgebrannt haben bis Freitagmittag 143 Menschen mehr als 7800 Euro gespendet. „Wir sind bereits jetzt sehr dankbar, für die Hilfe, die wir die letzten Tage von Familie, Freunden und Bekannten beim Ausräumen erhalten haben!“, schreibt Michaela Hauk auf Gofundme in ihrem Spendenaufruf.
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Katja Röderer
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86391 Stadtbergen
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Aufräumarbeit
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