Standdatum: 1. März 2026.

Autorinnen und Autoren:
Verena Patel

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Auf der Martinistraße in Bremen liegt ein Auto auf der Straße auf dem Kopf.

Ein Kleinwagen landete an der Bremer Martinistraße auf dem Dach, nachdem ein anderes Auto mit ihm zusammengestoßen war.

Bild: Radio Bremen | Michael Nendza

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Immer wieder kommt es bei schweren Unfällen zu Überschlägen. Was dazu beitragen kann, dass es passiert und warum sie dennoch immer weniger werden.

An der Martinistraße kollidieren zwei Autos, am Schluss liegt eines davon auf dem Dach – Totalschaden. Glück im Unglück haben die Insassen beider Wagen gehabt: Alle kommen leicht verletzt aus der Sache heraus.

Gleich drei Autos stoßen an der Kreuzung von Schwachhauser Heerstraße und Bismarckstraße in der Bremer City zusammen. Dabei überschlägt sich der Geländewagen des Unfallverursachers. Alle drei Fahrer kommen mit leichten Verletzungen davon.

Beide Fälle passierten binnen weniger Wochen in der Bremer Innenstadt. Die Polizei verweist auf Anfrage auf die laufenden Ermittlungen, Neues zu den Unfällen gibt es daher nicht.

Verkehrssicherheitsrat: Kräfte auf Insassen können sehr hoch sein

Unfälle mit Überschlag sind aufsehenerregend und verursachen oft hohen Schaden. Außerdem sind sie für die Insassen besonders gefährlich – zumindest unter bestimmten Bedingungen, teilt Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, auf Anfrage schriftlich mit: „Überschlagsunfälle gelten als besonders gefährlich, da sich das Fahrzeug unkontrolliert dreht und die Kräfte auf die Insassen sehr hoch sein können.“

Moderne Fahrzeuge verfügten inzwischen über eine verstärkte Dachstruktur beziehungsweise einen sogenannten Überrollbügel, der sicherstellt, dass das Fahrzeugdach bei einem Überschlag nicht zu stark eingedrückt werde. „Besonders wichtig ist, dass der Sicherheitsgurt straff angelegt ist, da er auch beim Überschlag entscheidend zum Schutz der Insassen beiträgt“, betont Wirsch.

Letzteres kann Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung der Versicherer bestätigen. „Bei 60 Prozent der angeschnallten Insassen gab es nur leichte Verletzungen. Hier zeigt sich: Wer angeschnallt ist, hat eine deutlich höhere Chance, sich weniger stark zu verletzen.“

Statistik: Bei 80 Prozent der Überschläge vorher eine Kollision

Insgesamt hätten sich Unfälle mit Überschlag eines Fahrzeugs seit der Einführung des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) deutlich reduziert, sagt Zeidler. Das ESP ist ein Fahrassistenzsystem, das verhindern soll, dass ein Wagen ins Rutschen oder Schleudern gerät. Seit November 2014 müssen alle neu zugelassenen Autos darüber verfügen.

„Anhand der Unfalldatenbank der Versicherer zeigt sich, dass der Anteil schwerer Unfälle mit Überschlag am gesamten Unfallgeschehen im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt. Verschiedene Faktoren können es sein, die schließlich zum Überschlag führen“, sagt Zeidler. Sie hebt hervor: „Bei 80 Prozent der Unfälle dieser Art gab es vorher eine Kollision mit einem anderen Wagen.“

SUVs und Vans mit höherer Überschlagsneigung

Aus Studien sind aber noch andere Faktoren bekannt. Laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat gehören höhere Geschwindigkeiten, Ausweichmanöver, seitliche Kollisionen oder Kombinationen aus Aufprall und Lenkbewegung dazu.

„Auch infrastrukturelle Gegebenheiten wie Kurven, nasse oder glatte Fahrbahnen, Straßenneigung, Böschungen und Bordsteinkanten spielen eine Rolle, ebenso wie Fahrzeuge mit hohem Schwerpunkt wie SUVs oder Vans“, teilt Wirsch schriftlich mit. Sie hätten im Vergleich zu niedrigeren Wagen eine höhere Überschlagsneigung.

Je höher die Geschwindigkeit, desto höher das Verletzungsrisiko

Häufig wirkten mehrere dieser Faktoren zusammen. Einfluss habe außerdem, wie gut das Fahrwerk eines Wagens erhalten ist. Sind Teile davon abgenutzt, könne das auch zum Kontrollverlust beitragen, heißt es weiter in der Antwort des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Kirstin Zeidler von der Unfallforschung der Versicherer verweist darauf: „Ganz allgemein: Je größer die Kollisionsgeschwindigkeit, je schwerer der Unfallgegner, desto höher ist das Verletzungsrisiko für Insassen zum Beispiel eines Kleinwagens.“

Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
butenunbinnen.de, Dein Audio-Update, 27. Februar 2026, 17:41 Uhr