
E20 soll in Zukunft auch die Nutzung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor umweltfreundlicher machen.Bild: iStockphoto / Maksym Belchenko
Ratgeber
In Zukunft soll es an den Tankstellen einen neuen Kraftstoff geben: E20. Doch nicht alle Motoren sind für den besonderen Sprit ausgelegt. Wann und ob du E20 tanken kannst, liest du hier.
01.03.2026, 08:4501.03.2026, 08:45

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Wenn du bisher an der Tankstelle bereits durcheinandergekommen bist, ob E5 oder E10 der richtige Kraftstoff für dein Auto ist, wird dein Besuch an der Zapfsäule in Zukunft vielleicht noch verwirrender.
Denn bald soll es für Verbrennungsmotoren die zusätzliche Option „E20“ geben. Wie sich dieser Kraftstoff zusammensetzt, wann du mit einer Markteinführung rechnen kannst und ob E20 für dein Fahrzeug das Richtige ist, erfährst du bei watson.
Was ist E20 für ein Benzin?
E20 ist ein Kraftstoff, der zu 20 Prozent aus Bioethanol und zu 80 Prozent aus herkömmlichem Benzin besteht, das aus Erdöl gewonnen wird.
Bioethanol ist ein Alkohol, der aus fermentierten Pflanzen gewonnen wird und bereits in den Kraftstoffen E5 und E10 enthalten ist.
Bioethanol zeichnet sich dadurch aus, dass es im Gegensatz zu herkömmlichem Ethanol biologisch abbaubar ist. Kraftstoffe, die anteilig aus Bioethanol bestehen, produzieren weitaus weniger Treibhausgase als herkömmliches Benzin.
Laut dem Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDB) soll der Einsatz von E20 die Nutzung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor klimafreundlicher machen, ohne dass die Verbraucher:innen auf Elektrofahrzeuge umsteigen müssen.
Wer darf E20 tanken?
Viele Hersteller überprüfen aktuell die Tauglichkeit ihrer Modelle für den neuen Kraftstoff. Die Volkswagen-Gruppe (inklusive Skoda, Audi, Cupra und Seat) sowie BMW und Mercedes-Benz geben E20 für nahezu alle ihre modernen Motoren frei.
Grundlegend gilt: Wenn dein Auto nach dem Jahr 2010 gebaut wurde und vom Hersteller bereits die Freigabe für die Kraftstoffe E10 und E5 erhalten hat, wird E20 in der Regel auch kein Problem sein.
Um sicherzugehen, kannst du nach einem runden Symbol mit der Aufschrift „E20“ in der Tankklappe suchen, die Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs überprüfen oder direkt beim Hersteller nachfragen.
Wer darf E20 nicht tanken?
Ältere Verbrennungsmotoren sind nicht für Kraftstoffe wie E10 oder E20 ausgelegt. Das liegt an den unterschiedlichen chemischen Eigenschaften von reinem Benzin im Gegensatz zu Kraftstoffmischungen. Der erhöhte Ethanolanteil kann das Material der Motoren angreifen oder zu Fehlzündungen führen.
Auch vereinzelte neue Modelle haben von den Herstellern keine Freigabe für den neuen Kraftstoff erhalten. Wenn ein 2,0-Liter-Turbomotor mit mehr als 300 PS verbaut ist, verträgt das Fahrzeug E20 nicht. Laut „t-online“ gilt das beispielsweise für Modelle wie den aktuellen Golf R oder den Golf GTI 50.
Ab wann ist E20 verfügbar?
Die erste Zapfsäule mit E20 gibt es in Deutschland bereits seit 2023 in Mannheim. Dabei handelt es sich allerdings um einen Testbetrieb, um die Fahrzeugtauglichkeit des neuen Kraftstoffs zu überprüfen.
Eine deutschlandweite Markteinführung von E20 wird allerdings erst ab 2027 erwartet. Bis E20 europaweit als Normkraftstoff angeboten werden kann, dauert es voraussichtlich noch länger. Der BDB rechnet damit frühestens 2028.
In Deutschland erlaubt die aktuelle Kraftstoffnorm bisher nur Kraftstoffmischungen mit bis zu zehn Prozent Bioethanol. Da E20 diesen Wert überschreitet, muss das Europäische Komitee für Normung zunächst überprüfen, wie sich die neue Norm für den Kraftstoff E20 zusammensetzen soll. Erst dann kann E20 europaweit als Standard eingeführt werden.
In Indien ist ein Anteil von 20 Prozent Bioethanol im Benzin bereits gesetzlicher Standard und gilt ab dem 1. April 2026 als Pflicht für Tankstellen und Lieferanten.