Stand: 01.03.2026 10:55 Uhr
Die Lage in Nahost spitzt sich zu. Menschen in Niedersachsen sorgen sich um das Leben ihrer Verwandten in den betroffenen Gebieten. Unter Exil-Iranern wächst die Hoffnung auf ein Ende des Regimes.
Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, sieht angesichts der militärischen Angriffe derzeit keine besondere Bedrohungslage in Niedersachsen. „Ich glaube nicht, dass wir in Hannover große Sorgen haben müssen“, betonte Fürst am Samstag. Anders sehe es für die Menschen aus, die Verwandte und Bekannte in Israel hätten und um deren Leben man fürchten müsse. Fürst steht nach eigenen Angaben in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei. Sollte eine Gefahr bestehen, würden die Beamten handeln und die jüdischen Gemeinden stärker beschützen.
Innenministerium im Austausch mit Sicherheitsbehörden
In einer Stellungnahme bezeichnete Innenministerin Daniela Behrens (SPD) die aktuelle Lage im Iran als „äußerst besorgniserregend“. Der Fokus liege nun auf der Sicherheit jüdischer und israelischer Einrichtungen und Menschen. Das Innenministerium sei im ständigen Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden der Länder und des Bundes, so Behrens. Die Polizei in Niedersachsen sei seit dem Überfall der Hamas im Oktober 2023 hochgradig sensibilisiert. Schutzkonzepte sind eingerichtet, wie auch die Polizei bestätigte.

USA und Israel greifen den Iran an – dieser reagiert mit Gegenschlägen. Die neuesten Entwicklungen dazu bei tagesschau.de.
Bischof Wilmer zweifelt an militärischer Auseinandersetzung
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, sorgt sich um die Bevölkerung der betroffenen Länder. Er bezweifle, dass eine militärische Auseinandersetzung Frieden und Freiheit in den Nahen Osten bringe, erklärte der Hildesheimer Bischof am Samstag. „Ich bete in dieser Stunde für die Menschen in Iran und Israel, die einmal mehr Opfer der Gewalt werden“, sagte Willmer
Christliche Iraner hoffen auf ein Ende des Regimes
Unter den christlichen Iranern herrsche weitestgehend Erleichterung über die Angriffe auf das iranische Regime, wie der evangelische Pastor Jobst Reller von der Iranerseelsorge der hannoverschen Landeskirche mitteilte. Die etwa 1.000 Iraner in den unterschiedlichen evangelischen Gemeinden in Niedersachsen hätten große Hoffnung auf eine freie Gesellschaft im Iran.
Demos in Hannover und Hamburg
Am Samstagmorgen hatten die USA und Israel den Iran angegriffen. Dieser hatte mit Gegenangriffen auf Israel geantwortet. Am Samstagnachmittag fand in Hannover eine Iran-Kundgebung statt, um auf die Situation der Zivilbevölkerung im Iran aufmerksam zu machen. Vertreten waren verschiedene Gruppen, wie Amnesty International oder Omas gegen Rechts. In Hamburg wurde auf einer Demo von Exil-Iranern mit tausenden Teilnehmern der Angriff auf das iranische Regime begrüßt. Man hoffe auf ein Ende des Regimes, hieß es von den Veranstaltern. Für Sonntag hat die Initiative „Hanover for Iran“ eine weitere Demonstration in Hannover angekündigt.

Mehr als 5.000 Exil-Iraner und -Iranerinnen haben am Sonnabend in Hamburg protestiert. Nach dem Angriff auf den Iran hoffen sie auf ein Ende des Regimes.