Media Night prämiert Rapper
„Künstler des Jahres“: Kollegah erhält Preis trotz umstrittener Texte
01.03.2026 – 13:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Rapper Kollegah erhält Auszeichnung als „Künstler des Jahres“: Debatte über verschwörungstheoretische und antisemitische Inhalte kocht aber weiter. (Quelle: Luis Ruesing)
Bei Aachener Media Night wird der Rapper Kollegah als „Künstler des Jahres“ ausgezeichnet. Trotz antisemitischer und verschwörungstheoretischer Songzeilen.
Die erste Aachener Media Night hat am Donnerstag Persönlichkeiten aus Medien, Wirtschaft, Sport und Unterhaltung zusammengebracht. Höhepunkt war die Verleihung von Awards, darunter war auch der Preis für den sogenannten „Künstler des Jahres“. Dieser ging an den Rapper Felix Blume, besser bekannt als Kollegah.
Kollegah ist einer der kommerziell erfolgreichsten Rapper Deutschlands. Gleichzeitig fällt er immer wieder durch geschmacklose Zeilen auf, wie etwa die, dass sein Körper „definierter als von Auschwitzinsassen“ sei. In der Vergangenheit ist er auch immer wieder durch umstrittene Narrationen aufgefallen, die wiederholt antisemitische Stereotype aufgreifen.
Ein Beispiel ist das Video „TelVision“ von KC Rebell feat. PA Sports, Kianush und Kollegah aus dem Jahr 2016, in dem ein mächtiger, unsichtbarer Zirkel dargestellt wird, der die Medien manipuliert – in der ersten Reihe eine Figur, deren blau-weiße Kleidung und Kopfbedeckung auf das Judentum verweist.
„Ihre Propagandamissionen täuschen Abermillionen“, heißt es in dem Song. Die Anlehnung an eine antisemitische Verschwörungstheorie, wonach Juden die Medien steuern, ist für Fachleute unübersehbar.
Auch Kollegahs selbst gegründetes Label „Alpha Music Empire“ riet in der Vergangenheit, sich doch mal ernsthaft mit der Theorie „kinderbluttrinkender Superreicher“ zu befassen und darüber mit „Experten“ auszutauschen. Bei dem Experten, auf den er verwies, handelte es sich jedoch um einen rechten Blogger.
Kollegah selbst rechtfertigt solche Inhalte regelmäßig über die künstlerische Freiheit. Kritiker betonen jedoch, dass die Rapper durch diese Rhetorik Vorbilder für Jugendliche sind und so problematische Narrative unreflektiert verbreitet werden. Musikkritiker Jens Balzer kritisiert allerdings, dass öffentliche Debatten über seine Texte nur selten stattfinden, obwohl die Songs millionenfach gestreamt werden.
