Berlin ist vielerorts voll mit Schrottfahrrädern. Obwohl die Gefährte offensichtlich nicht mehr benutzt werden, stehen sie angekettet an Bahnhöfen und Straßen. Bisher werden Fahrradleichen von Bürger:innen beim Ordnungsamt gemeldet, welches dann kleine gelbe Markierungen anbringt. Wird es innerhalb einer Frist nicht weggefahren, kommt es auf den Sperrmüll.
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Für gewöhnlich hat ein Halter sieben Tage Zeit, sein Rad abzuholen. Das Ordnungsamt erkennt bei einer nächsten Kontrolle, ob es bewegt wurde oder nicht. Die CDU-Fraktion im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg fordert ein strengeres Vorgehen. Die sieben Tage sollen verbindlich vorgeschrieben werden, um ein Rad zu entfernen, damit offensichtlich nicht mehr genutzte oder fahruntüchtige Fahrräder nach Markierung aus dem öffentlichen Straßenland verschwinden.
Weiterhin werden eine „Taskforce Schrottfahrrad“ sowie ein regelmäßiger Abschlepptag einmal im Quartal gefordert. Nach Vorbild der „Kieztage“ der Berliner Stadtreinigung (BSR) sollen Sammelstellen für Schrotträder eingerichtet werden. Ein Name wurde auch gleich vorgeschlagen: Es soll sich um den „Freie-Bügel-Tag“ handeln. Denn das Ziel lautet: Freie Fahrradbügel im ganzen Bezirk.
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Zudem stellt sich die CDU „Schwerpunktaktionen“ vor, zum Beispiel an bekannten Hotspots für die Ansammlung nicht mehr in Gebrauch befindlicher Fahrräder wie dem Ostkreuz, dem Boxhagener Platz, dem U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof und weiteren. Die Maßnahmen sollen transparent erfasst werden.
Die anderen Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) waren noch nicht so überzeugt. Im Bezirk regieren die Grünen mit einer Mehrheit, gefolgt von SPD und Linken. Der Antrag der CDU wurde aber immerhin von diesen nicht direkt abgelehnt, sondern zur weiteren Beratung in den Ausschuss überwiesen. Dort soll darüber gesprochen werden, ob eine Umsetzung möglich und sinnvoll ist – und vor allem finanzierbar und rechtens.