Der Ort, an dem ich lernen soll, offline zu sein, sieht aus wie ein Ort, an dem man normalerweise Leute trifft, die chronisch online sind: Ich bin im Café Rosa in den Zeisehallen in Ottensen. Die pink-rot-blaue Farbpalette an Einrichtung und Wänden wirkt, als wäre sie von Pinterest kopiert. Ausgeschenkt werden Matcha Latte und hippe Limonaden – Getränke, die ich oft durch meinen Instagram-Feed wandern sehe.

Ausgerechnet hier trifft sich der Offline-Club Hamburg. Die Idee: Drei Stunden sollen wir lesen, puzzeln, Leute kennenlernen, nur eben ohne Handy. Klingt unspektakulär? Vielleicht. Aber wenn ich so darüber nachdenke: Wann war der letzte Abend, an dem ich überhaupt nicht auf mein Handy geschaut habe? Die Lieblingsroutine der Gen Z – der hastige Griff nach dem Smartphone, um es grundlos zu entsperren – ist auch mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ein „Digital Detox“, heißt ein bewusster Verzicht auf Bildschirmzeit, kann mir nicht schaden.