Nach dem israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran am Samstag haben am Sonntag nach Angaben der Polizei rund 1800 Menschen am Pariser Platz in Berlin demonstriert. Die Anmelder der Demo mit dem Titel „Freiheit für Iran unter Führung von Prinz Reza Pahlavi“ hatten 5000 Teilnehmende erwartet. Pahlavi ist der älteste Sohn des 1979 gestürzten letzten Schahs von Persien. Sein autoritär regierender Vater hatte ihn einst zum Kronprinzen ernannt. Pahlavi lebt seit Jahrzehnten im Exil in den USA. In den sozialen Medien hat er sich ein Millionenpublikum aufgebaut und gilt inzwischen als eine der einflussreichsten Oppositionsstimmen im Ausland.

Die Stimmung am Brandenburger Tor war ausgelassen, immer wieder waren „Schah“-Rufe und Jubelschreie zu hören. Zu sehen waren zahlreiche Iran-Flaggen, vereinzelt auch Israel-Flaggen.

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Zu der Demonstration kam beispielsweise Asoudeh Paresh, um ihre Solidarität mit den Iranerinnen und Iranern zu zeigen. Die Zahnärztin bezeichnete den Militärschlag als einen „Befreiungsschlag für das iranische Volk“. Das Land habe die internationale Intervention gebraucht. Die 52-Jährige wurde im Iran geboren. „Ich habe damals die Revolution mitbekommen“, sagte Paresh, die mit knapp zwölf Jahren nach Deutschland kam.

Asoudeh Paresh, 52, ZahnärztinKen Münster Die 52-jährige Asoudeh Paresh nannte den Angriff einen „Befreiungsschlag“.

© Ken Münster

„Ich bin kein großer Freund von der israelischen Regierung. Ich bin kein großer Freund von Trumps Regierung. Ich weiß nur: Das war die einzige Möglichkeit, den Menschen im Iran eine Hoffnung von Freiheit zu schenken“, sagte Paresh.

A man with a US flag attends a demonstration in front of the Brandenburger Gate in Berlin, on March 1, 2026. The United States and Israel launched strikes against Iran on February 28, sparking fears of regional war with explosions reported across the Middle East as the Islamic republic retaliated with barrages of missiles. (Photo by Tobias SCHWARZ / AFP) Ein Mann schwenkte auf der Demo vor dem Brandenburger Tor eine US-Flagge.

© AFP/TOBIAS SCHWARZ

Dutzende Menschen kamen im Kreis zusammen und tanzten, die Menge skandierte auf Farsi: „Chamenei wurde beerdigt!“ Immer wieder riefen die Menschen: „Schah! Schah!“

Jubelschreie und Freudentänze auf der Iran-Demo am Pariser Platz.

© Ken Münster

Auf Transparenten standen Slogans wie „Fuck Khamenei“, „Reza Pahlavi – Our Voice“ und „No Deal With The Mullahs, No More Ayatollah“. Die Stimmung war gelöst, Trommelschläge und Vuvuzela-Tröten waren zu hören, zwischendurch immer wieder: „Iran!“

Flüge in den Nahen Osten gestrichen

Alle Abflüge und alle Ankünfte aus dem Nahen Osten am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) sind am Sonntag gestrichen worden. Der Luftraum ist geschlossen.

Es handelt sich um zwei Ankünfte und zwei Abflüge aus Doha, jeweils drei Abflüge und Ankünfte aus Tel Aviv und zwei Ankünfte und drei Abflüge nach Dubai. Nach Einschätzung eines Flughafensprechers ist es wahrscheinlich, dass weitere Flüge gestrichen werden, sollte der Luftraum geschlossen bleiben.

Inzwischen betrifft das auch das Ziel Dschidda. Die Fluggesellschaften hätten alle Verbindungen bis mindestens Montagvormittag abgesagt, so der BER-Sprecher. Betroffene Passagiere sollten sich über die Webseiten ihrer Fluglinien informieren. (mit dpa)

„Ich bin im Iran sehr oft verhaftet worden“

Als die Nachricht vom Tode des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei kam, „sind wir geplatzt vor Freude“, erzählte Demo-Teilnehmer Arash Taheri. „Wir haben gefeiert, getanzt.“ Zugleich blicke er mit Sorge auf die Zukunft des Irans: „Mein Gefühl sagt mir: Wir müssen vorsichtig sein. Wenn es eine Machtlücke gibt, dann kommen vielleicht böswillige Gestalten. Da müssen wir Einheit bewahren.“

Der 67-jährige Demoteilnehmer Reza S. sagte: „Wenn einer wie Chamenei über 50.000 Leute auf dem Gewissen hat, dann muss man sich über seinen Tod freuen. Über den Präventivschlag Israels und die Angriffe der USA zeigte sich Reza S. erleichtert. „Wenn die Iraner erst mal befreit sind, werden wir die besten Freunde Israels in der Region sein“, erklärte er.

Berlins Regierender Bürgermeister äußerte sich am Sonntag auf der Plattform X zu dem Militärschlag. „Keine Mauer, kein Terrorregime halten dem Freiheitswillen eines Volkes ewig stand“, schrieb Kai Wegner (CDU). „Der Angriff auf die Mullah-Diktatur ist eine historische Chance für einen Neuanfang.“ Berlin stehe an der Seite der mutigen Menschen im Iran.

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Am Samstag hatten 1600 Menschen demonstriert

Bereits am Samstag hatten Hunderte Menschen für die „Freiheit im Iran“ demonstriert. Bei dem Demozug, der vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor verlief, waren allerdings weitaus weniger Menschen gekommen als die 3000 angemeldeten Personen. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl gegen Ende der Demo am Brandenburger Tor auf 1600 Menschen.

A woman with her face painted in the colours of the Iranian flag attends a demonstration in front of the Brandenburger Gate in Berlin, on March 1, 2026. The United States and Israel launched strikes against Iran on February 28, sparking fears of regional war with explosions reported across the Middle East as the Islamic republic retaliated with barrages of missiles. (Photo by Tobias SCHWARZ / AFP) Eine Frau hat ihr Gesicht in den Farben der iranischen Flagge bemalt. 

© AFP/TOBIAS SCHWARZ

Die Teilnehmenden der Demonstration am Samstag begrüßten den Militärschlag auf das iranische Regime. Eine Frau sprach dem Tagesspiegel gegenüber etwa von einer „letzten Hoffnung“, dass „die Amerikaner unser Land jetzt befreien“. Andere äußerten sich ähnlich. Trotz der Freudenstimmung unter allen Teilnehmenden, gab es aber auch Demonstrierende, die nicht mit dem Tagesspiegel sprechen wollten. Zu groß war die Angst vor Repressalien im Iran.

Am Samstagabend wurde bekannt, dass Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei tot ist. In der Nacht gab es nach Angaben von RBB Inforadio in Berlin spontane Zusammenkünfte. Menschen jubelten unter anderem vor der iranischen Botschaft und dem Breitscheidplatz. Die Versammlungen verliefen friedlich.

Israel hat am Samstag nach eigenen Angaben einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen. Die USA begannen parallel umfangreiche Luft- und Seeangriffe, die mehrere Tage dauern könnten. In Teheran wurden am Samstag Explosionen und dichte Rauchsäulen gemeldet, auch in der Nähe zentraler Regierungs- und Führungseinrichtungen.

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Direkt nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran drohte dessen Militär bereits mit Gegenschlägen. In vielen Teilen Israels und des Westjordanlands gab es immer wieder Luftalarm wegen anfliegender Raketen und Geschosse. Sirenen heulten in Tel Aviv, in Jerusalem und in der Negev-Wüste, wie die Nachrichtenseite Ynet berichtete. (mit dpa)