Tanja Spill schlug die Hände vor das Gesicht und genoss den Applaus des Dortmunder Publikums. Die Athletin des TSV Bayer Dormagen hat bei den Deutschen Hallenmeisterschaften über 800 Meter der großen Favoritin Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) die Show gestohlen – und sich zum zweiten Mal in ihrer Karriere den nationalen Titel in der Halle geholt. Vor fünf Jahren hatte sie ebenfalls in Dortmund schon einmal gewonnen.
„Es ist ein Lohn für all die letzten Jahre und dafür, dass ich nicht aufgehört habe. Ich habe bewiesen, dass ich wieder zurück bin und mit mir zu rechnen ist. Es ist super schön, dass sich alles gefügt hat“, sagte die 30-Jährige, die nach einem Durchhänger in ihrer Karriere einen Trainerwechsel wagte und sich einer Gruppe in Tübingen anschloss, aber weiter für Dormagen startet. In 2:02,38 Minuten, einer persönlichen Hallen-Bestleistung, setzte sich Spill im Finale durch. Hinter ihr folgten Kolbe (2:03,29 Minuten) und Jennifer Hauke (Hamburg Athletics, 2:04,75 Minuten). Es war ein taktisch klug geführtes Rennen. Spill heftete sich sofort an die Fersen der Favoritin, kontrollierte das Tempo – und zog rund 100 Meter vor dem Ziel mit einem entschlossenen Antritt vorbei. Auf der Zielgeraden verteidigte sie ihre Führung souverän.
„Ich war super aufgeregt. Ich wollte sehr, sehr viel. Ich hatte mir vorgenommen: Mit Entschlossenheit renne ich da hinterher, ich wollte dranbleiben, so lang es geht“, sagte Spill, deren Plan voll aufging. „Ich hatte mit Silber geliebäugelt. Dass es nun Gold wird, ist unbeschreiblich.“ Für die 800-Meter-Läuferin ist es ein weiterer Höhepunkt in einer Karriere mit vielen Höhen und Tiefen.