In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat die Stadtgesellschaft auf ein ganz besonderes Geburtstagskind angestoßen: Am 1. März 2026 ist die Wuppertaler Schwebebahn offiziell 125 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass haben die Stadtwerke (WSW) mit geladenen Gästen aus der Wuppertaler Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur in der festlich hergerichteten Wagenhalle in Vohwinkel bis weit nach Mitternacht in den Geburtstag des besonderen Verkehrsmittels gefeiert.

„Heute Abend sind wir alle Schwebebahn“, hieß es bei Begrüßung der Anwesenden, unter denen sich unter anderem auch Oberbürgermeisterin Miriam Scherff und Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW, befanden. Markus Hilkenbach und Markus Schlomski, Geschäftsführer der WSW sowie Sabine Schnake, Geschäftsführerin der WSW Mobil, sprachen auf der Bühne ihren Dank aus. Den Mitarbeitern der WSW, „ohne die sich nichts bewegen würde“, so Schlomski, wie auch allen Wuppertalern, die die Schwebebahn tagtäglich nutzten. „Die Schwebebahn ist 125 Jahre alt und trotzdem zeitgemäß, modern, umweltfreundlich, verlässlich“, betonte Hilkenbach. Mit mehr als 20 Millionen Fahrgästen im Jahr schwebe sie täglich über die Staus der Stadt hinweg – „wenn es die Schwebebahn nicht schon gäbe, müssten wir sie nochmal neu erfinden“, so der Geschäftsführer.

Für die Zukunft des schwebenden Verkehrsmittels erhofft sich Sabine Schnake weiterhin die Übernahme von Verantwortung. „Die Schwebebahn steht für moderne Mobilität und Klimaschutz. Ich hoffe, dass es gelingen wird, weiterhin Tradition und Moderne zu verbinden, ohne die Identität der Schwebebahn zu verlieren“, betonte sie. Wofür die Schwebebahn im Jahr 2026 stehe? Für „Zusammenhalt“ (Schlomski), „Zukunft“ (Schnake) und „Verbindung“ (Hilkenbach).

Neben den Geschäftsführern hob auch Miriam Scherff die hohe Relevanz der Schwebebahn hervor, stellte heraus, mit welch hoher Emotionalität das Verkehrsmittel für die Wuppertaler Bevölkerung verbunden sei. So sei sie nicht nur für den Verkehr relevant, daneben auch ein „Tourismus-Magnet“ – vielmehr begleite die Schwebebahn die 80 000 Fahrgäste am Tag zu den unterschiedlichsten Anlässen. „Irgendwann sind wir vielleicht alle nicht mehr, aber das, was bleibt, das wird immer unsere Schwebebahn sein“, schließt die Oberbürgermeisterin.

Wunsch für die Zukunft: Innovation statt Stillstand

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betonte: „Mobilität endet nicht an Stadtgrenzen“. Als Lösung für Verkehrsprobleme und als Antwort auf Wuppertals enge Platzverhältnisse strahlten darüber hinaus nicht viele andere Bauwerke in NRW so über die Ländergrenzen hinaus. Eine Mobilität ohne die Schwebebahn sei in Wuppertal unvorstellbar, doch sei sie auch zu einem „Wahrzeichen von NRW“ geworden.

Für die Zukunft wünscht sich der Verkehrsminister: „Das, was schon in der Vergangenheit geschehen ist. Dass man eben nicht stehen bleibt und das Ganze nostalgisch verwaltet, sondern immer mit der neuesten Technik geht.“ Daneben sei auch sicherlich vorstellbar, dass bei zukünftigen Entwicklungen wieder auf das Konzept Schwebebahn zurückgegriffen werde, dieses eine Renaissance erführe. „Man sieht ja, wie gut es hier funktioniert bei diesen Bedingungen – enges Tal, dichte Besiedlung, wenig Platz und viele Menschen, die transportiert werden können. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch an anderer Stelle irgendwann noch einmal relevant wird“, lobt er das einmalige Konzept der schwebenden Bahn.

Festliches Menü, Fotobox und Künstler rundeten Programm ab

Speisekarten, je nach Wagentyp farblich abgestimmt, kündigten die Menüs „Kaiserwagen“, „GTW 72“ und „G15“, an. Um gebührend um Mitternacht anzustoßen, warteten Champagner sowie ein weiterer kleiner Imbiss. Das Rahmenprogramm bildeten daneben musikalische und komödiantische Beiträge, Mentalist und Zauberkünstler Timothy Kahler verblüffte das Publikum von Anfang an mit seinen künstlerischen Einlagen.

Getreu der Ankündigung „Heute Abend sind wir alle Schwebebahn“ gab es vor Ort eine Fotobox, mit der sich die Anwesenden auf einer großen Leinwand mit einer Schwebebahn-Collage vor Ort verewigen konnten. Als kleiner, aber wichtiger Teil von etwas ganz Großem. Denn das wurde an diesem feierlichen Abend deutlich, an einem Ort, an dem sonst geschraubt und getüftelt wird: dass die Schwebebahn auch nach 125 Jahren, mehr denn je, Wuppertal ist. Und Wuppertal ist die Schwebebahn.