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Bonn – Haferflocken können mehr als satt machen. Forscher der Universität Bonn zeigen in einer neuen Studie: Schon eine zweitägige Haferflocken-Diät verbessert die Cholesterinwerte deutlich. Und der Effekt war auch sechs Wochen später noch messbar. Die Forscher prüften zwei Varianten: eine intensive Zwei-Tage-Kur und eine sechswöchige Hafer-Version.

In der Kurzzeitstudie teilten sie 34 Teilnehmer zwischen 45 und 70 Jahren in zwei Gruppen ein. Alle litten am metabolischen Syndrom. Die Krankheit zeigt sich durch Übergewicht, Bluthochdruck, Insulinresistenz und ungünstige Blutfettwerte. Die Hafergruppe aß an zwei Tagen jeweils dreimal täglich 100 Gramm Haferflocken als Porridge. Erlaubt waren nur kleine Mengen bestimmter Obst– und Gemüsesorten. Die Diät war kalorienreduziert. Die Kontrollgruppe bekam eine haferfreie Vergleichsdiät mit ähnlicher Nährstoffverteilung.

Nur zwei Tage Hafer senken Cholesterin deutlich

Das Ergebnis: Bereits nach 48 Stunden sank das Gesamtcholesterin im Schnitt um 15,61 mg/dL. Das als ungünstig geltende LDL-Cholesterin fiel um 16,26 mg/dL. Gleichzeitig stieg die Menge bestimmter Stoffe im Blut stark an, besonders Dihydroferulasäure (DHFA). Sie entsteht, wenn Darmbakterien Haferbestandteile verarbeiten, und stand in engem Zusammenhang mit der beobachteten Cholesterinsenkung. Überraschend: Der Effekt war noch sechs Wochen später messbar, obwohl die Teilnehmer wieder normal aßen.

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In einer zweiten, eigenständigen Studie mit ebenfalls 34 Probanden ersetzte die Hafergruppe sechs Wochen lang nur eine Mahlzeit pro Tag durch 80 Gramm Haferflocken. Die übrige Ernährung blieb unverändert und war nicht kalorienreduziert. Hier zeigte sich kein signifikanter Effekt auf die Cholesterinwerte.

Der Unterschied: In der Kurzzeitstudie war die Hafermenge deutlich höher und die komplette Ernährung wurde für zwei Tage ersetzt. In der Sechs-Wochen-Studie wurde Hafer lediglich in die gewohnte Kost eingebaut. Die Ergebnisse legen nahe: Entscheidend ist offenbar, wie intensiv die Hafer-Kur ist. Seniorautorin Marie-Christine Simon: „Nun kann im nächsten Schritt geklärt werden, ob eine sich alle sechs Wochen wiederholende intensive Hafer-Kur auch tatsächlich dauerhaft präventive Wirkung entfaltet.“