Kurzfassung des Artikels:
- In Bad Essen betreibt Jutta Kessen seit Februar 2024 die Mensa des Gymnasiums Bad Essen unter dem Namen „Kessies Küche“ und kocht dort für Schüler und Lehrer.
- Vom 20. bis 22. März soll die Mensa testweise für ein Wochenende in ein Restaurant mit kleiner Karte ohne Alkoholausschank umgewandelt werden, mit dem Ziel, dies künftig monatlich an einem Wochenende zu wiederholen, wenn keine Ferien sind.
- Hintergrund ist die wirtschaftliche Lage durch Lücken im Schulbetrieb, weshalb Kessen zusätzlich etwa ein Altenheim versorgt und für das Restaurantwochenende unter anderem Küche, Geschirr, Service, Deko und Tischplanung anpassen muss.
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Seit Februar 2024 läuft die Mensa des Gymnasiums Bad Essen unter dem Namen „Kessies Küche“. Jutta Kessen, ehemalige Mitbetreiberin der „Kaffeemühle“, übernahm vor zwei Jahren den Betrieb und bekocht seitdem die Schüler und Lehrer der Schule.
Nun wagt sie eine weitere Veränderung. Vom 20. bis 22. März soll aus der Mensa ein Restaurant werden. „Der Plan ist, dass wir die Mensa jeden Monat für ein Wochenende in ein Restaurant verwandeln, wenn keine Ferien sind“, so Kessen. „Vorausgesetzt, das Testwochenende im März ist ein Erfolg.“
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Mensa allein reicht wirtschaftlich nicht aus
Die Idee dazu entstand mehr oder weniger aus der Not heraus. „Alleine mit dem Schulbetrieb ist die Mensa wirtschaftlich nicht zu führen“, sagt Kessen. Mit den vielen Ferien, Feiertagen und Brückentagen entstehen zu viele Lücken.
Um diese zu füllen, bekocht Kessen ebenfalls das Altenheim Simeon und Hanna, bietet Catering und Frühstücksbrötchen-Service an. „Es ist wichtig für mich, eine Quelle wie das Altenheim zu haben, die immer da ist, auch wenn die Schule Ferien hat“, betont Kessen. „Ohne dieses Zusammenspiel wäre das alles gar nicht möglich.“
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Alleine wäre Umsetzung nicht möglich
Doch die Arbeit wurde irgendwann zu viel für eine Person alleine, sodass sich die Betreiberin Unterstützung in Form einer Vollzeit-Köchin für die Mensa gesucht hat. „Die Köchin muss jedoch auch bezahlt werden und mit den jetzigen Einnahmen ging es nicht, also kam mir der Gedanke, einmal im Monat den Restaurant-Flair in die Mensa zu holen“, erzählt Kessen.
Diese Idee soll jedoch nicht nur helfen die wirtschaftliche Lage zu verbessern, sondern auch die Leidenschaft der ehemaligen Mitbetreiberin der „Kaffeemühle“ für das Kochen erneut zu entzünden. „Ich freue mich auch sehr auf das à la carte-Kochen“, sagt Kessen. „Das brauche ich auch für mich.“
Für den Restaurantbetrieb kann die Mensa unabhängig von der Schule geöffnet werden.
Foto: Luca Junghans
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Bevor es in weitere Planungen gehen konnte, musste erst die Schule grünes Licht geben, denn die Mensa gehört weiterhin zum Gymnasium Bad Essen. „Der Landkreis und die Schule haben das Vorhaben abgesegnet, aber das Wochenende im März ist erstmal ein Versuch“, erzählt die Mensabetreiberin. „Während des gesamten Wochenendes sind die entsprechenden Türen in das Schulgebäude natürlich verschlossen, sodass die Mensa unabhängig vom Rest ist.“
Bis es so weit ist, gibt es jedoch noch einige Herausforderungen und Veränderungen, die zu bewältigen sind. „Es muss schon ein Wochenende sein, da der Aufwand für einen Tag zu groß wäre“, sagt Kessen. Neben dem Ambiente, das von Schulmensa in Restaurant gewechselt werden soll, sieht Kessen die größte Herausforderung in der Küche selbst.
„Erst einmal sind die Mengen ganz anders und anders als im Schulbetrieb wird das Essen jetzt nicht einfach warmgestellt, sondern geht im besten Falle direkt nach Zubereitung raus“, erzählt die erfahrene Köchin. „Außerdem bin ich noch gespannt, wie schwierig es wird, ein à la carte Menü in einer Großküche zu kochen.“
Für den Innenraum hat Jutta Kessen noch viele Ideen, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen.
Foto: Luca Junghans
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Hinzu kommen noch weitere Faktoren, die im klassischen Restaurant selbstverständlich sind, in einer Mensa jedoch nicht und daher angepasst werden müssen. Von neuem Geschirr über Servicekräfte bis hin zur Dekoration und Planung der Tische muss an alles gedacht werden. „Wir müssen die Mensa einmal komplett umkrempeln“, sagt Kessen.
Spaß soll an erster Stelle stehen
Auch wenn die Mensa einem Restaurant in nichts nachstehen soll, möchte die Betreiberin der Mensa keine Konkurrenz zu den bestehenden Restaurants werden. „Wir schenken keinen Alkohol aus, haben eine kleine Karte und wenn es so klappt wie geplant, dann findet das auch immer nur ein Wochenende im Monat statt“, sagt Kessen.
Sie sehe das Projekt eher als eine Bereicherung für den Ort an sich. „Erstmal ist das ganze ja auch noch ein Testlauf, vielleicht bleibt es auch nur bei dem einen Wochenende im März.“ Einen Konkurrenzgedanken hatte Kessen nie bei der Entwicklung ihrer Idee. „Ich wünsche mir, dass es Spaß macht und ich zufriedene, lächelnde Gesichter sehe, die aus der Mensa rausgehen.“
Für sie soll die Restaurant-Idee eine Win-Win Situation für alle werden. Auch für die Schüler. „Für sie soll der Gedanke auch attraktiv sein, sodass sie vielleicht auch mal abends in ihre Mensa kommen“, sagt Kessen. „Und wenn was am Wochenende übrig bleibt, haben die Schüler gute Chancen, auch davon zu profitieren.“