Man hat den Eindruck, fast ganz Wuppertal überblicken zu können, wenn man auf der Dachterasse im fünften Stock des Commerzbankgebäudes am Neumarkt steht. Aktuell werden hier nur Bauarbeiten verrichtet, doch schon im März findet hier die Eröffnung einer neuen Eventlocation statt. Der Co-Working-Place „Studio One“ erweitert sich sowohl räumlich als auch in Bezug auf sein Konzept. Bisher konnten sich hier in der dritten Etage Freiberufler, Start-Ups oder auch Angestellte flexible Arbeitsplätze buchen. Das Konzept setzt auf ein Gemeinschaftsgefühl, auf Netzwerken und das Arbeiten in offener Atmosphäre.
„Das ist von Anfang an gut angekommen“, sagt Geschäftsführer Wolf-Nicolas Henkels. Auch aus diesem Grund werden nur rund ein Jahr nach Eröffnung des Co-Working-Platzes weitere Pläne realisiert. Zum einen erweitert sich der Bürobereich um eine weitere Etage, bietet zukünftig also auch in der vierten Etage Büros an. In der fünften Etage entsteht noch in diesem Monat ein neues Konzept. „Wir haben uns überlegt, was in Wuppertal fehlt: Eine richtig gute Eventlocation, die zentral und besonders ist“, erzählt der Geschäftsführer, der eigentlich Grafikdesigner ist, knapp 30 Jahre freiberuflich in Wuppertal gearbeitet und auch das Codeks am Arrenberg mit konzipiert hat.
Offenes Format:
Von Schulungen bis Hochzeiten
Zukünftig soll die Eventlocation von bis zu 200 Personen für verschiedenste Anlässe gebucht werden können. Wichtig sei es den Begründern von Anfang an gewesen, ein offenes Format anzubieten: Neben Konferenzen, Talks und Schulungen sollen die Räumlichkeiten auch für Firmenfeiern, kreative Produktionen, kulturelle Formate oder sogar Hochzeiten genutzt werden können. „Wir möchten, dass der Raum wandelbar ist und möglichst facettenreich genutzt werden kann“, so Henkels. Mit der Planung der Eventlocation begann er gemeinsam mit seinem Team im Sommer 2025. Und die beinhaltete auch einige herausfordernde Momente: „Das Bankgebäude stammt aus den 70er Jahren, da waren die Raumwelten ganz anders gedacht. Es gab viele kleine Flächen, alles war verschachtelt“, erinnert sich Henkels. Schon für den zuerst entstandenen Co-Working-Platz musste alles „komplett entkernt“ werden, neue Scheiben wurden eingebaut. Das Ergebnis: Loftähnliche Räume, weitläufig, mit einem Gefühl von „frischem Wind“. Denn wichtig sei den Initatioren gewesen, räumlich den innovativen „Start-up-Geist“ einzufangen, Ideenreichtum zu fördern. In der fünften Etage wurde nun zur Sichterweiterung ein Betonrand aufwendig abgesägt, der einmal rund um das Gebäude verlief. „Das war schon eine besondere Herausforderung“, sagt Henkels.
Einen Monat vor der feierlichen Einweihung können die finalen Pläne gut erahnt werden: In alle Himmelsrichtungen lässt sich Wuppertal weit überblicken, der Blick fällt neben dem Rathaus am Neumarkt auch auf den Sparkassenturm, die Stadthalle, die Uni. Faltbare Glastüren trennen große Terrassenbereiche, die noch begrünt werden, vom hellen Inneren ab. Auch technische Möglichkeiten werden ausgebaut. „Das ist natürlich auch kostenmäßig alles sehr aufwendig. Da befinden wir uns im ordentlichen Millionenbereich“, so die Worte des Geschäftsführers zur baulichen Erweiterung. Für Buchende der Eventlocation werde es einen Basistarif geben, der um verschiedene Extras erweitert werden könne. Gemeinnützige Organisationen sollen für einen geringeren Preis Buchungen durchführen können, die „diverse Nutzung“ sei ihnen ein großes Anliegen. Bezüglich des Caterings arbeiteten sie mit verschiedenen Wuppertaler Unternehmen zusammen, so zum Beispiel mit dem Café 23.
Fokus auf Nachhaltigkeit
und Zirkularität
Bei allen Gestaltungsfragen, schon bei der Entwicklung der Büroräume, sei es ihnen besonders wichtig, den Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit zu legen. „Wir setzen viel auf nachhaltige Stoffe. Auf Zirkularität, Altes soll neu aufgearbeitet werden“, so Henkels. Das Äußere des zukünftig einmal begrünten Bankgebäudes (die WZ berichtete) solle sich auch im Inneren widerspiegeln. Echte Pflanzen und grüne Wandtapeten sollen auch im Innenraum des Gebäudes an die nachhaltigen Strukturen erinnern.
Eine erste Buchung für Juni gebe es schon, so der Geschäftsführer – zusammen mit dem Ziel, am 19. März die Eröffnung der neuen Veranstaltungsfläche zu feiern, erhöhe das natürlich aktuell den Druck. Auf das neue Kapitel freuen sie sich – und blicken zuversichtlich in die Zukunft, offen für das, was kommt.