Ausgesprochen gemischt fällt die Bilanz der Kriminalitätsstatistik 2025 für Duisburg aus. So gab es eine deutliche Steigerung bei Mord- und Totschlagsdelikten sowie bei Straftaten der sexuellen Selbstbestimmung und eine Erhöhung der Straftaten insgesamt um 267 auf 52.273 Fälle – dagegen verzeichnete die Polizei eine rückläufige Anzahl von Raubdelikten und sinkende Zahlen bei Wohnungseinbruchsdiebstählen. Außerdem belegen die Zahlen einen erneuten Anstieg bei Straftaten, in denen Messer eingesetzt wurden.
Erfreulich ist dabei: Die Aufklärungsquote konnte um zwei Prozent auf 54 Prozent gesteigert werden. Erschreckend ist allerdings die Zahl der Mord- und Totschlagsdelikte: Sie stiegen von 13 auf 34 Fälle. Bei diesen Delikten haben Täter aber vergleichsweise geringe Chancen, unentdeckt zu bleiben: Die Aufklärungsquote liegt hier bei 87,5 Prozent, bei Morddelikten sogar bei 100 Prozent – die Polizei klärte alle zwölf Morde auf. Zum Vergleich: 2024 waren drei Morde in der Statistik verzeichnet.
Bei insgesamt 14 der versuchten oder vollendeten Fälle von Mord beziehungsweise Totschlag handelte es sich nach Polizeiangaben um Gewalt innerhalb familiärer oder aktueller wie ehemaliger partnerschaftlichen Beziehungen, also um sogenannte „Häusliche Gewalt“. „Die Opfer sind ganz überwiegend Frauen. Die Zahlen sind besorgniserregend“, so Duisburgs Polizeipräsident Alexander Dierselhuis.
In derartigen Fälle werde „konsequent eingeschritten“. Dazu gehörten der Wohnungsverweis oder ein inzwischen bis auf 14 Tage erhöhtes Rückkehrverbot zum Schutz einer gefährdeten Person. Zudem prüfe die Polizei weitere Schutzmaßnahmen, kläre über Opferrechte und Unterstützungsmöglichkeiten auf und vermittele bei Bedarf und mit Einverständnis der Betroffenen an Frauenberatungs- oder an andere Unterstützungsstellen.
Die Zahl der Raubdelikte ist dagegen erneut gesunken; von 472 Fällen im Jahr 2024 auf 440 Raubdelikte im Jahr 2025. Die Diebstähle sind insgesamt um 5,68 Prozent zurückgegangen, die Zahl liegt 2025 bei 19.812 Taten.
Die Anzahl der Straftaten unter Einsatz eines Messers ist erneut gestiegen: Insgesamt wurden 2025 in 361 Fällen ein Messer als Tatmittel eingesetzt, so die Polizei. Das sind 36 Fälle mehr als im Jahr 2024.
Die Jugendkriminalität bleibt in etwa auf Vorjahresniveau. Von den 20.827 insgesamt ermittelten Tatverdächtigen waren 4310 unter 21 Jahre alt, was einem Anteil von 20,69 Prozent entspricht. 2024 hatte dieser Wert noch bei 21,13 Prozent gelegen. Allerdings gibt es große Unterschiede in einigen Deliktsbereichen. So tauchten Jugendliche als Tatverdächtige beim Diebstahl von Mopeds und Krafträdern (75,38 Prozent), Raub auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen (61,18 Prozent) sowie beim Diebstahl aus Büroräumen (60,47 Prozent) überproportional oft auf.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und insbesondere Straftaten durch Verbreitung, Erwerb, Besitz und der Herstellung kinder- und jugendpornografischer Inhalte sind deutlich um 557 auf 1300 Fälle gestiegen. Das heißt nicht unbedingt, dass Täter hier aktiver geworden sind – Grund dafür ist insbesondere die Aufarbeitung eines umfangreichen Strafverfahrens gegen eine kinderpornografische Darknet-Plattform, das die Polizei Duisburg im Jahr 2024 geführt hat.