TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Berlin – In den Berliner Messehallen unter dem Funkturm wird ab heute über die Zukunft des Reisens gesprochen. Neue Trends, neue Märkte, neue Milliarden. Doch während die Branche auf der ITB Berlin, der weltweit größten Tourismusmesse, ihre Geschäfte einfädelt, sitzen gleichzeitig Zehntausende Deutsche im Nahen Osten fest.
In den Berliner Messehallen trifft sich die Elite des Tourismus: Airline-Chefs, Hotelbosse, Kreuzfahrtmanager und Reiseveranstalter aus aller Welt. Rund 5800 Aussteller aus mehr als 170 Ländern präsentieren ihre Angebote. Etwa 100.000 Branchenprofis besuchen die Messe. Damit ist die ITB die größte Reisemesse der Welt. Drinnen wird über Traumreisen gesprochen – draußen herrscht an Urlaubsorten im Nahen Osten Angst und Verunsicherung. Grund: die Angriffe der USA und Israels auf den Iran und die Vergeltungsschläge des Iran gegen Länder in der Golf-Region (u.a. die Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Oman).
BILD-Reporter auf der Tourismus-Messe: Ausmaß der Lage kann niemand vorhersagen
Quelle: BILD02.03.2026
Die Krisenregionen werben auf der ITB um Urlauber
Ausgerechnet Regionen, die aktuell besonders von den Turbulenzen betroffen sind, nutzen die Situation auf der ITB offensiv, um neue Gäste anzulocken. BILD konnte sich bereits vor Messebeginn in den Hallen umsehen und den Aufbau verfolgen. Überall hängen riesige Werbetafeln, laufen Videos von Traumstränden und Luxusresorts. Menschen entspannen, lachen, genießen ihren Urlaub. Die großen Player sind präsent: Emirates, Oman Air, das Ritz-Carlton in Bahrain, JA Resorts sowie Delegationen aus Dubai, Abu Dhabi und Bahrain.
Dubai wirbt mit Mega-Airports, Luxus-Hotels und gigantischen Freizeitparks. Bahrain setzt auf Formel-1-Events, Strandresorts und Shopping-Metropolen. Oman lockt mit Wüstenabenteuern, Luxus-Camps und spektakulärer Natur. Die Botschaft überall: Sonne, Luxus, perfekte Organisation. Ein Detail fällt besonders auf: Israel hat seine Teilnahme an der ITB kurzfristig abgesagt – ein ganz anderer Umgang mit der aktuellen Lage. Während in den Messehallen um neue Urlauber geworben wird, sitzen ausgerechnet in einigen dieser Regionen derzeit deutsche Reisende fest und warten darauf, endlich nach Hause zu kommen.
Reisebranche wirbt und setzt auf den sicheren Pauschalurlaub
Trotz der aktuellen Krise sieht die Branche weiterhin eine starke Nachfrage nach klassischen Pauschalreisen. „Gerade in unsicheren Zeiten setzen die Deutschen bei ihrer Urlaubsplanung auf Verlässlichkeit und Sicherheit. Die Flugpauschalreise verzeichnet mit einem Umsatzplus von 14 Prozent im Sommer eine besonders starke Nachfrage – zwölf Prozent mehr Gäste als im Vorjahr sprechen eine deutliche Sprache“, sagt DRV-Präsident Albin Loidl (66) zu BILD. Die Gedanken der Branche seien aber bei den betroffenen Reisenden. Man stehe in engem Austausch mit Behörden und Airlines. Wie groß die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Situation für den Tourismus sein werden, lasse sich derzeit jedoch bisher nicht abschätzen.