Krieg im Nahen Osten
Spritpreise in Frankfurt kratzen an der Zwei-Euro-Marke
Aktualisiert am 03.03.2026 – 14:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann betankt an einer Tankstelle vor einer Preistafel ein Auto: Derzeit kommt es zu deutlichen Kostenanstiegen für Kraftstoff. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-bilder)
Benzin und Diesel kosten auch an Frankfurts Tankstellen aktuell so viel wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Der Benzinpreis steuert auf die Zwei-Euro-Marke zu.
Auch wenn der Krieg im Nahen Osten tausende Kilometer von Frankfurt entfernt ist: Die Auswirkungen werden auch in der Mainstadt deutlich spürbar. Autofahrer spüren den Konflikt nämlich deutlich an der Zapfsäule.
Seit Beginn der Angriffe am vergangenen Wochenende sind die Spritpreise auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen.
Wer derzeit in Frankfurt seinen Tank füllt, muss tiefer in die Tasche greifen: Der Preis für einen Liter Super (E5) lag laut einer Verbraucher-Analyse des SWR am Dienstag (3. März) bei durchschnittlich 1,96 Euro. Das ist der Mittelwert der vergangenen 24 Stunden. Günstigere Preise liegen bei etwa 1,90 Euro. Das Preisniveau erreicht bundesweit den höchsten Stand seit Mai 2024. Im Vergleich zu Ende Dezember 2025, als der Literpreis noch bei 1,72 Euro lag, bedeutet dies einen Anstieg von 24 Cent. An Tankstellen auf der Autobahn ist es noch einmal deutlich teurer.
Auch E10 ist so teuer wie lange nicht: 1,90 Euro je Liter kostet er in Frankfurt im Mittel aktuell. Zuletzt wurde ein solcher Durchschnittspreis bundesweit im Mai 2024 erreicht. Im Dezember waren es noch 1,64 Euro. Den stärksten Sprung macht Diesel: 1,86 Euro pro Liter sind der höchste Mittelwert seit mehr als zwei Jahren. Wer im Dezember noch 1,58 Euro zahlte, greift heute 28 Cent tiefer in die Tasche.
Haupttreiber hinter den steigenden Preisen ist der Rohölmarkt, der seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran unter starkem Druck steht. Einerseits drohen Lieferausfälle aus der ölreichen Islamischen Republik. Weit schwerwiegender ist jedoch die Lage an der Straße von Hormus – der schmalen Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman, durch die täglich rund ein Fünftel aller weltweiten Öltransporte fließt.
Seit Beginn der Angriffe haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr durch die Meerenge offenbar eingeschränkt: Schiffe wurden wiederholt per Funk aufgefordert, die Durchfahrt zu unterlassen, ihre Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten. Oman meldete zudem einen Angriff auf einen Öltanker im Bereich der Meeresenge. Jede ernsthafte Blockade hätte nach Einschätzung von Analysten unkalkulierbare Folgen für den Weltmarkt.
