Die Eskalation im Nahen Osten schlägt spürbar auf die Preise an den Tankstellen durch – auch in Hessen. Der ADAC rechnet damit, dass es in den kommenden Tagen noch teurer wird und gibt Autofahrern Spar-Tipps.

Anzeigentafel einer Tankstelle.

Tankstellenpreise am Dienstag: deutlich höher wegen des Konflikts im Nahen Osten.
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00:16 Min.|03.03.26

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Der Iran-Krieg lässt die Preise für Sprit und Heizöl weiter steigen, nachdem der Iran gedroht hat, auf jedes Schiff zu feuern, das versucht, die Straße von Hormus zu durchfahren. Am Dienstagmorgen setzte sich der Anstieg der vergangenen Tage fort, wie Daten des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) und des Online-Portals Heizoel24 zeigen.

Voraussichtlich würden Benzin und Diesel im Tagesverlauf noch einmal um einige Cent im Vergleich zum Montag steigen, sagte ein ADAC-Sprecher. Das ließen zumindest die ersten Werte vom Morgen erahnen.  Eine verlässliche Prognose ist derzeit nicht möglich – Experten geben aber Tipps für die Zapfsäule.

Höchste Preise seit Jahren

Schon zum Wochenstart war der Spritpreis kräftig angestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt war Super E10 mit 1,839 Euro pro Liter um 6,1 Cent teurer als am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation im Nahen Osten.

Das war der höchste Wert seit Mai 2024. Diesel verteuerte sich um 7 Cent auf 1,816 Euro, den höchsten Wert seit Oktober 2023.

Seit der heutigen auch in Nicht-Krisenzeiten üblichen Preisspitze am Morgen ist Diesel zudem teurer als Super E10. „Diesel reagiert erfahrungsgemäß sensibler auf äußere Faktoren wie Krisen oder Kriege. Die Preisausschläge – sei es nach oben oder unten – sind daher meist stärker“, erklärte der Kraftstoffmarkt-Experte des ADAC, Christian Laberer.

Anstieg nicht ohne Vergleich

Der aktuelle Anstieg der Spritpreise ist zwar deutlich, in der jüngeren Vergangenheit aber nicht ohne Vergleich. Zu Beginn des Ukraine-Krieges vor vier Jahren hatte sich Diesel binnen gut zwei Wochen um mehr als 60 Cent pro Liter verteuert. E10 stieg damals um rund 50 Cent.

Auch bei den Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Juni vergangenen Jahres hatte sich Sprit deutlich verteuert, Diesel stieg damals um rund 10 Cent.

Zwei-Euro-Marke? Prognose kaum möglich

Beim ADAC Hessen-Thüringen wird damit gerechnet, dass die Preise an den Tankstellen weiter steigen. „Autofahrer sollten sich in den nächsten Tagen schon noch mal auf steigende Spritpreise einstellen“, sagte Sprecher Oliver Reidegeld am Dienstag dem hr.

Von der Marke von zwei Euro je Liter sei der bundesweite Durchschnitt derzeit noch entfernt – rund 15 bis 16 Cent darunter. Eine verlässliche Preis-Prognose sei aber kaum möglich, sagte Reidegeld. Entscheidend sei die weitere Entwicklung im Nahen Osten.

Große Preisunterschiede – abends meist günstiger

Nach Angaben des ADAC können die Preisunterschiede „im lokalen Kraftstoffmarkt“ zwischen einzelnen Tankstellen mehrere Cent pro Liter betragen, teilweise sogar im zweistelligen Bereich. Einzelne Tankstellen in Hessen lag am Dienstag über der Zwei-Euro-Marke.

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00:37 Min.|03.03.26

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Besonders teuer sei es meist am Morgen, sagte Reidegeld. Wer sparen wolle, solle abends tanken und die Preise per App vergleichen. Am Sonntag war der Online-Spritpreisvergleich des ADAC wegen der hohen Nachfrage zeitweise überlastet.

Heizöl ebenfalls teurer

Auch wer zum Ende der Heizsaison seinen Öltank füllen muss, muss aktuell mit hohen Preisen rechnen. Die Seite Heizoel24 gab den Preis für 100 Liter am Morgen mit knapp 123 Euro an.

Das waren noch einmal gut 4 Euro mehr als am Montag. Noch am Freitag hatte der Preis unter 100 Euro gelegen.