Bielefeld/Paderborn. Die 36 Profiklubs haben wie erwartet die Einführung einer eigenen U21-Liga ab der Saison 2026/27 beschlossen. Damit soll die Talentförderung im deutschen Fußball weiter professionalisiert werden. Die Erst- und Zweitligisten fällten den Beschluss auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Dienstag (3. März) in Düsseldorf ohne Gegenstimme.
Der neue Wettbewerb ist ein freiwilliges Zusatzangebot für alle Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga und eine Ergänzung zum bestehenden Ligen-System, aus dem zweite Mannschaften der Profiklubs nicht ausgegliedert werden müssen. Die Teilnahme ist für Spieler im Übergangsbereich der Altersklassen U17 bis U21 vorgesehen.
Pro Mannschaft dürfen zudem bis zu vier ältere Spieler eingesetzt werden, um sowohl junge Talente gezielt zu fördern als auch beispielsweise verletzten Spielern nach längeren Pausen die Rückkehr in den Spielbetrieb zu erleichtern. Die Vereine folgten damit der Empfehlung einer Expertengruppe, der unter anderem der ehemalige Top-Trainer Jürgen Klopp und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig angehörten.
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DSC Arminia Bielefeld
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„Mehr Einsatzzeit auf Wettbewerbsniveau für Talente“
„Eine Top-Nachwuchsentwicklung ist ein wichtiger Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Bundesligen. Mit dem neuen U21-Zusatzwettbewerb schaffen wir kurzfristig eine zusätzliche Möglichkeit, Talenten mehr Einsatzzeit auf Wettbewerbsniveau zu bieten und ihre Ausbildungszeit gezielt zu verlängern“, sagte DFL-Geschäftsführer Marc Lenz.
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„Wir haben als Verein das größtmögliche Interesse daran, jedem einzelnen Spieler in seiner Ausbildungszeit möglichst viele Spielminuten zu geben. Ich finde es daher gut, dass wir über weitere Modelle nachdenken. Ob es dann das richtige Modell für den SCP ist, werden wir intern diskutieren“, hatte Sebastian Lange, Sportchef des Zweitligisten SC Paderborn, auf Anfrage dieser Redaktion im Vorfeld der Mitgliederversammlung erklärt. Arminia Bielefeld hielt sich zu dem Thema bedeckt und mochte keine Stellungnahme abgeben.
Arminias U21 soll Nachwuchsspielern eine „Perspektive bieten“
Zu berücksichtigen ist dabei, dass die U21-Mannschaft des DSC erst seit wenigen Monaten wieder am Spielbetrieb teilnimmt. Nach siebenjähriger Pause hat Arminia zu Beginn der Saison erneut eine zweite Mannschaft gemeldet, die in der Oberliga Westfalen antritt.
Paderborns U21 spielt seit der Saison 2023/24 in der Regionalliga West. Hier ist Profi-Leihgabe Lucas Copado im Gastspiel beim 1. FC Köln II am Ball.
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Aktuell belegt die Zweitliga-Reserve in der fünfthöchsten Spielklasse den sechsten Tabellenplatz und bewegt sich damit im gesicherten Mittelfeld. Langfristig verfolgt der Verein mit dem Projekt klare Ziele: „Talentierten Nachwuchsspielern eine Perspektive zu bieten, den Übergang in den Herrenfußball zu verbessern und die Jungs an den Profibereich heranzuführen“, erklärte Geschäftsführer Michael Mutzel.
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Der neu angelegte Wettbewerb soll ein zusätzlicher Wettbewerb zum regulären Ligabetrieb werden. Die Anzahl der Spiele wird sich in Grenzen halten. Pro Halbserie würde jedes teilnehmende Team drei bis sechs zusätzliche Partien, die unter der Woche stattfinden, bestreiten. Am Ende soll es ein Final-Four-Turnier geben.
Um die Kosten und Organisation möglichst gering zu halten, sind zumindest vorerst Zuschauer von den Spielen ausgeschlossen. Offen ist noch, ob das Finalturnier im Sommer 2027 womöglich mit Zuschauern stattfinden kann und ob die Partien übertragen werden.
Spielberechtigt sein sollen Akteure im Alter von 16 bis 21 Jahren. Doch es soll Ausnahmen geben. Demnach dürfen die Klubs bis zu vier ältere Spieler einsetzen, die beispielsweise von einer Verletzung genesen sind, um ihnen Spielpraxis zu ermöglichen.
In England ist eine Liga für die Zweitvertretungen der Profiklubs bereits etabliert.
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Die Kosten sollen für die Klubs bei rund 30.000 Euro liegen, wobei die Reisekosten noch nicht mit einberechnet sind. Die DFL selbst würde 500.000 bis 600.000 Euro für die Organisation von Schiedsrichtern und Spielorten zahlen. Während England (U21) und Italien (U20) bereits etablierte Nachwuchsrunden für Profiklubs bieten, zieht nun also auch der deutsche Verband mit einem flexiblen System nach.
Regulärer Spielbetrieb soll parallel weiter laufen
Laut DFL soll es aber nicht darum gehen, Profi-Reserven aus dem regulären Spielbetrieb herauszunehmen oder eine Konkurrenz zu Nachwuchsligen zu schaffen. Die U21-Spielrunde soll vielmehr eine optionale Ergänzung sein. Die Klubs müssten dafür auch nicht ihre Kader vergrößern. Die Spieler würden sich vielmehr aus der U21, U19, U17 und dem Profiteam rekrutieren.
Paderborns Sportchef Sebastian Lange steht einer zusätzlichen Nachwuchsrunde positiv gegenüber.
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Dem SC Paderborn ist auch sehr daran gelegen, dass die zweiten Mannschaften auch künftig in den Herren-Ligen kicken können. „Ich bin ein Verfechter davon, dass die Jungs so früh wie möglich Seniorenfußball spielen. Wir sehen bei uns in der U21, dass es den jungen Spielern richtig, richtig guttut, in der Regionalliga gegen Männer zu kicken“, betont Sportchef Sebastian Lange. Und dafür könne eine U21-Spielrunde kein Ersatz sein. (Mit Inhalten der dpa)


