Der kanadische Premierminister Mark Carney hat zu einer Entschärfung des Krieges der USA und Israels gegen den Iran aufgerufen. „Kanada fordert eine rasche Deeskalation der Kampfhandlungen und ist bereit, bei dem Erreichen dieses Ziels zu helfen“, sagte Carney am Mittwoch während seines Besuchs im australischen Sydney. Der Iran-Krieg sei „ein weiteres Beispiel für das Versagen der internationalen Ordnung“.
Carney bekräftigte, dass „das Völkerrecht für alle Kriegsteilnehmer bindend ist“. Zwar drückte er sein „Bedauern“ darüber aus, dass internationale Bemühungen nicht zu einer Entwaffnung des Iran geführt hätten. Zugleich sagte er, dass „die USA und Israel gehandelt haben, ohne die Vereinten Nationen einzubeziehen oder sich mit ihren Verbündeten, einschließlich Kanada, abzustimmen“.
Der Iran feuert nach Angaben eines hochrangigen US-Admirals in Vergeltungsangriffen bislang mehr als 500 ballistische Raketen und über 2000 Drohnen ab. Weitere Einzelheiten nennt der Militär zunächst nicht.
US-Präsident Donald Trump hat mit Kurdenführern im Irak telefoniert und über die weiteren Schritte im Krieg gegen den Iran gesprochen. Trump habe den Vorsitzenden der kurdischen Partei PUK im Irak, Bafil Talabani, kontaktiert, teilte die Partei heute mit. Trump habe Talabani dabei über seine weiteren Pläne zum Krieg mit dem Iran informiert. Von der US-Regierung gab es zunächst keine Bestätigung.
US-Medien berichteten, dass Trump einen Tag nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran auch mit dem irakischen Kurdenführer Masud Barsani gesprochen habe. Trump soll demnach erwägen, die irakischen Kurden bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer an der Grenze zum benachbarten Iran stationiert und auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit im Iran.
Bei einem Sturz der Regierung im Iran könnten die Kurden möglicherweise auch dort mehr Rechte erlangen. Es ist aber unklar, welchen Beitrag sie im Kampf wirklich leisten und welche Zusagen sie dafür von der US-Regierung als Gegenleistung verlangen könnten. Die kurdischen Milizen waren schon im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien ein wichtiger Verbündeter der USA.