In unruhigen Zeiten zieht es die Menschen in Bayern in Museen. 2025 war für die staatlichen Museen in Bayern ein Rekordjahr. Das sagte Kunstminister Markus Blume (CSU). Rund 6,3 Millionen Besucherinnen und Besucher zählten die Einrichtungen des Freistaats im vergangenen Jahr, einige hunderttausend mehr als 2024. Kunst und Technik waren ebenso gefragt wie Historisches oder Zeitgeschichtliches. Auch Museen anderer Träger waren gut besucht, darunter die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München.
„Diese Rekorde fallen nicht vom Himmel“, kommentierte Blume. Die Museen hätten sich in den vergangenen Jahren immer wieder neu erfunden, etwa mit hochkarätigen Sonderausstellungen, innovativen Vermittlungsformaten und digitalen Angeboten. „Gerade in unserer schnelllebigen Zeit suchen Menschen Inspiration, Orientierung und gemeinschaftliche Erlebnisse – und unsere Museen bieten genau das. Sie sind Orte der Begegnung, der Bildung und Erlebnis – analog wie digital“, sagte der Minister.
Besonders viele Technikfans unter den Museumsbesuchern
Auf großes Interesse stieß vor allem das Deutsche Museum, das 2025 ein Jubiläum feierte: die Eröffnung des berühmten Hauses auf der Museumsinsel in München vor 100 Jahren. Fast 1,7 Millionen Technikfans besuchten nach Angaben des Ministeriums das Haupthaus und andere Standorte, etwa in Nürnberg oder Schleißheim. Das seien so viele Gäste wie noch nie in der Geschichte des Hauses, hieß es.
Stattliche Zahlen gibt es auch vom BMW-Museum, das 2025 auf die Rekordzahl von mehr als 847.000 Besuchern kam. Seit 1973 zeigt der Konzern direkt neben seiner Zentrale Autos, Motorräder, Technik sowie Unternehmens- und Motorsportgeschichte. Mit der BMW-Welt gleich nebenan, deren Besucherzahlen in die Millionen gehen, kann es zwar nicht ganz mithalten, anders als der BMW-Welt müssen die Besucher im Museum aber Eintritt bezahlen. Zu den hohen Besucherzahlen des vergangenen Jahres könnte einer Sprecherin zufolge auch die Sonderausstellung „Belle Macchine“ zu italienischem Design beigetragen haben.
Das ist die beliebteste Pinakothek in München
Zufrieden zeigten sich auch die Staatsgemäldesammlungen, die ein turbulentes Jahr hinter sich haben. Nach Debatten über mögliche Missstände und den Umgang mit NS-Raubkunst gab es mit dem Juristen Anton Biebl einen neuen Leiter. Zur Sammlung zählen neben den Pinakotheken und dem Museum Brandhorst in München auch elf Staatsgalerien in ganz Bayern. Sie meldeten rund eine Million Gäste im Jahr 2025. Besonders beliebt: die Alte Pinakothek, die nach eigenen Angaben eine der größten Sammlungen mit Werken des flämischen Malers Peter Paul Rubens bietet, ebenso wie Albrecht Dürers weltberühmtes „Selbstbildnis im Pelzrock“. 498.000 Tickets verkaufte das Museum, 98.000 mehr als im Jahr 2024.
Auch historische Themen waren im vergangenen Jahr gefragt. So meldete das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg einen neuen Rekord von mehr als 300.000 Besuchern. Zu sehen war dort unter anderem eine Landesausstellung über König Ludwig. Aktuell ist noch bis 19. April die Ausstellung „Sau sticht König – Spielkarten aus Bayern“ zu sehen. Die Exponate zeigen die Entwicklung bayerischer Spielkarten seit dem 14. Jahrhundert.

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Blick auf das Deutsche Museum auf der Münchner Museumsinsel. Nach Ausstellungsfläche ist es eines der größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt.
Foto: picture alliance/dpa
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Blick auf das Deutsche Museum auf der Münchner Museumsinsel. Nach Ausstellungsfläche ist es eines der größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt.
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Einen bisher noch nie dagewesenen Zustrom erlebte die Dokumentation Obersalzberg bei Berchtesgaden. Mehr als 213.000 Menschen besichtigten 2025 den Lernort mit Dauerausstellung am einstigen Berghof Adolf Hitlers (2024: 205.000 Besucher). Neben der Dauerausstellung mit historischer Bunkeranlage kann man dort noch bis zum 26. April die Sonderausstellung „Auschwitz – Architektur der Vernichtung“ besuchen.
Jubiläumsjahr im Museum der Augsburger Puppenkiste
Ebenfalls zufrieden zeigte sich das Münchner Lenbachhaus samt Kunstbau, das eine weltberühmte Sammlung mit Werken der Künstlergruppe Blauer Reiter beherbergt. Fast 290.000 Besuche zählte das Museum 2025, dessen Herzstück die prunkvolle Künstlerresidenz des Porträtmalers Franz von Lenbach ist. „Diese Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie stark das Lenbachhaus im Stadtleben verankert ist – auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen“, ordnete das Münchner Kulturreferat die Zahlen ein. Noch bis 12. April ist im Lenbachhaus die Ausstellung „Iman Issa – Lass uns spielen“ zu sehen. Den bekannten historischen Garten des Lenbachhauses kann man übrigens auch ohne Ticket kostenlos besuchen. Die Öffnungszeiten entsprechen denen des Museums.
2026 wird ein besonderes Jahr für das Museum der Augsburger Puppenkiste: Es feiert sein 25. Jubiläum. Im Herbst 2001 wurde das Museum eröffnet, in dem die prominenten Darsteller in den Filmkulissen bewundert werden können. Das Haus zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Touristenattraktionen in Augsburg. Seit der Eröffnung haben nach Angaben der Museumsverantwortlichen rund 1,4 Millionen Menschen das Puppentheatermuseum besucht. Aktuell kämen etwa 65.000 Gäste jedes Jahr in das Museum. (mit dpa)
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Viola Koegst
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