Jetzt predigt Zinner
Nockherberg: Vom Söder-Darsteller zum Fastenprediger
Aktualisiert am 04.03.2026 – 04:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Schauspieler und Kabarettist Stephan Zinner (Archivbild): Der 51-Jährige ist am Nockherberg bereits bekannt. (Quelle: IMAGO)
Kabarettist Stephan Zinner übernimmt als Fastenprediger auf dem Münchner Nockherberg. Der 51-Jährige ist ein künstlerisches Multitalent.
Auf dem Münchner Nockherberg gibt es in diesem Jahr einen personellen Wechsel, nachdem Kabarettist Maxi Schafroth 2025 nach fünf Jahren als Fastenprediger aufhörte. Am 4. März 2026 steigt das traditionelle Derblecken auf dem Nockherberg. Und man darf gespannt sein, wie Nachfolger Stephan Zinner seine neue Rolle meistern wird.
Schafroth stand bei konservativen Gästen und Teilen der CSU in der Kritik, da seine Rede beim diesjährigen Starkbieranstich zu kritisch gewesen sei.
Stephan Zinner ist Schauspieler und Kabarettist. Und der 51-Jährige ist am Nockherberg bestens bekannt: Bis 2019 spielte er dort regelmäßig Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Singspiel. Zinner ist außerdem aus TV-Produktionen wie „Die Rosenheim-Cops“ und den „Eberhofer“-Filmen bekannt. Aber auch im bayerischen „Polizeiruf 110“ ist er immer wieder zu sehen gewesen. Dort spielt er seit 2021 die Rolle des Assistenten Dennis Eden zuerst neben Verena Altenberger, dann neben Johanna Wokalek.
Stephan Zinner wurde 1974 m oberbayerischen Trostberg geboren und wuchs dort auf. Von 1995 bis 1997 absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Schauspielschule Zerboni in München. Danach gehörte er zum Ensemble des Salzburger Landestheaters sowie der Münchner Kammerspiele.
Neben dem Fernsehen war er auch im Kino unter anderem in „Shoppen“, „Beste Zeit“, „Räuber Kneißl“ und „Die Perlmutterfarbe“ zu sehen. Parallel tritt er seit 2000 auch als Kaberettist auf, sowohl solo als auch zusammen mit seiner Band. Stephan Zinner ist verheiratet und hat drei Kinder. Bislang sind zudem drei Bücher mit Kurzgeschichten und Hörspieltexten von ihm erschienen, in denen er sowohl „den alltäglichen Wahnsinn des Lebens beleuchtet, als auch leisere und nachdenklichere Töne anschlägt“, wie er selbst sagt.
Der Starkbieranstich auf dem Nockherberg gilt als Pflichttermin für Bayerns politische Spitze. Die jährliche Veranstaltung ist zweigeteilt: In der Fastenpredigt knöpft sich ein Kabarettist zunächst die Politik-Prominenz vor, im anschließenden Singspiel wird diese dann traditionell aufs Korn genommen.
Besondere Brisanz dürfte in diesem Jahr der Termin der Veranstaltung verleihen. Die Fastenpredigt und das Singspiel findet wenige Tage vor der Kommunalwahl in Bayern statt. Es ist davon auszugehen, dass die Wahlen thematisch aufgegriffen werden.
