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Für den kurzen Dienstweg: Die leitenden Beamten des Weyher Kommissariats, (v.l.) Andrick Hackmann und Sebastian Landwehr, Julia Pape und Referatsleiterin Anke Dehne vom Bremer Einsatzdienst Süd sowie die Weyher Streifenpolizistin Friederike Hirtreiter. © Dierck Wittenberg
Die Polizei in Bremen und in Weyhe hat ihren Austausch fortgesetzt. Zwei Beamtinnen berichten von Gemeinsamkeiten, aber auch von Unterschieden zwischen Stadt und Land.
Leeste/Bremen – Die Ländergrenze zwischen Bremen einerseits und Stuhr und Weyhe andererseits ist bekanntlich ziemlich durchlässig, und das gilt auch für Ladendiebe oder – beispielsweise – Einbrecher in Bankschließfachräume und Juweliergeschäfte. Umgekehrt ist Polizei in Deutschland Ländersache, und das bedeutet: Hinter Brinkum und Dreye ändern sich die Zuständigkeiten. Was die Verfolgung und Ermittlung aber nicht behindern soll. „Wir arbeiten mit der Polizei in Bremen auf verschiedenen Ebenen zusammen“, sagt Sebastian Landwehr, neuer Leiter des auch für Stuhr zuständigen Kommissariats in Weyhe-Leeste.
Vor diesem Hintergrund wurde und wird unter Landwehrs Ägide der Austausch zwischen Weyhe und dem Bremer Polizeikommissariat Süd fortgeführt, das für das gesamte Stadtgebiet links der Weser mit den Stadtteilen Huchting, Neustadt, Obervieland und Woltmershausen zuständig ist. Zwei Polizistinnen – Friederike Hirtreiter vom Weyher Kommissariat und Julia Pape vom Bremer Einsatzdienst – waren im vergangenen Herbst für zehn Wochen auf der jeweils anderen Seite auf Streife. Der Austausch, der 2023 nach einer Coronapause wieder aufgenommen wurde, soll dem Weyher Polizeichef zufolge das gegenseitige Verständnis fördern. Allein dadurch, dass man hinterher beim Anruf bei den Kollegen im anderen Bundesland ein Gesicht mit der Stimme am Telefon verbindet. Dabei gehe es auch darum, sich persönlich weiterzuentwickeln und den Horizont zu erweitern, erklärt Landwehr.
Ein großer Unterschied, von dem die Beteiligten übereinstimmend berichten, besteht in der Planung der Dienste. Aber die Unterschiede sind demnach nicht nur durch die verschiedenen Bundesländer bedingt, sondern auch durch die Unterschiede zwischen Großstadt und eher ländlichem Raum. „Ich war erstaunt, wie viel man auf dem Land zu tun hat“, sagt Julia Pape. Sie ist normalerweise im Bremer Süden im Einsatz, wohnt aber in Weyhe. Ähnlichkeiten zwischen beiden Gebieten bestehen der Polizistin zufolge bei den Verkehrsfällen und Ladendiebstählen, aber auch darin, dass es einige Einbrüche gegeben habe. Mit Gewaltdelikten und Körperverletzungen habe sie im Bremer Süden viel mehr zu tun. In Stuhr und Weyhe dagegen sehr viel häufiger mit Wildunfällen.
„Es gibt hier keine Drogenszene“, nennt die Weyher Kollegin Friederike Hirtreiter einen Unterschied, der ihr als Gegensatz zu Bremen aufgefallen ist. „Bremen hat mehr Straftaten, aber auch mehr Einsatzkräfte“, sagt Hirtreiter. Direkt zu Anfang des Austauschs war die Polizistin bei einem Tötungsdelikt im Einsatz: Ein 32-Jähriger hatte auf seine Expartnerin und den gemeinsamen Sohn eingestochen, die Frau starb an ihren Verletzungen. „So viel Personal habe ich noch nie auf einmal gesehen“, sagt die Polizistin aus Niedersachsen über den Einsatz in Kattenturm. Sie zeigt sich im Gespräch beeindruckt davon, wie schnell die Bremer Polizei auf solch eine Lage reagieren könne. Wenn man eine Spezialeinheit anfordere, sei die bereits in der Stadt. Im Flächenland Niedersachsen ist das anders. Laut Referatsleiterin Anke Dehne hat sie im Bremer Süden 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz- und Streifendienst. Beim Weyher Kommissariat arbeiten über alle Tätigkeitsfelder hinweg rund 70 Leute.
Von Fällen, die bundesweit Aufsehen erregt hätten, kann Julia Pape aus ihrem Streifendienst in Stuhr und Weyhe nicht berichten. Aber davon, dass sie ebenfalls direkt zu Beginn an der Rettung eines jungen Schwans beteiligt war. Den angeschlagenen Vogel habe sie zu einer Nabu-Station in Ganderkesee gebracht. Die Rettung von Wildtieren ist übrigens nicht Bestandteil der Polizeiausbildung. Dehne: „Man muss erfinderisch sein, das gehört zu unserem Beruf dazu.“