Newsblog zum Krieg in Nahost
Bericht: Kurdische Kämpfer bringen sich in Stellung
Aktualisiert am 04.03.2026 – 22:22 UhrLesedauer: 60 Min.
Irakisch-kurdischer Kämpfer bei einer Übung nahe Erbil: Berichten zufolge wollen die USA und Israel das Regime in Teheran mit Hilfe kurdischer Bodentruppen stürzen. (Quelle: IMAGO/Osama Al Maqdoni)
Kurdische Kräfte bereiten sich offenbar auf den Kampf gegen Teheran vor. Israel zielt auf den Unterdrückungsapparat im Iran. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge seit Beginn der Angriffe im Iran rund 300 Raketenwerfer dort zerstört. „Wir glauben, dass unsere Einsätze gegen diese Raketenwerfer und gegen die Raketenbestände wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Anzahl der täglich abgefeuerten Raketen zurückgeht“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani am Abend. Im Laufe des Tages hatte es in Israel zwar wieder mehrfach Raketenalarm gegeben. Laut Schoschani schießt der Iran inzwischen aber mitunter nur noch einzelne Raketen Richtung Israel und nicht mehr mehrere auf einmal.
Am Samstag, als Israel und die USA ihre Angriffe auf Ziele im Iran begonnen haben, seien vor dort aus noch „viele Dutzend“ Raketen Richtung Israel gefeuert worden. Auf die gesamte Region schoss der Iran laut dem Militärsprecher bislang insgesamt „mehrere Hundert“ Raketen. Bereits am Dienstag hatte Schoschani erklärt, dass Irans Feuerkraft nachlasse. Erstmals nahm Israels Militär den Angaben zufolge im Laufe des Tages auch „militärische Ziele“, darunter Raketenlager, in den Städten Isfahan und Schiras ins Visier.
Das Weiße Haus hat Berichte mehrerer US-Medien dementiert, wonach die USA kurdische Milizen mit Waffen unterstützen wollen, um einen Aufstand im Iran zu provozieren. „Artikel, in denen behauptet wird, der Präsident habe einem solchen Plan zugestimmt, sind komplett falsch und hätten gar nicht erst geschrieben werden dürfen“, sagte Sprecherin Karoline Leavitt am Mittwoch im Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump habe „mit kurdischen Führungspersönlichkeiten“ über den Stützpunkt gesprochen, über den die USA im Nordirak verfügten, sagte Leavitt. Der US-Sender CNN hatte am Dienstag berichtet, dass der US-Geheimdienst CIA mit kurdischen Kräften zusammenarbeite, um einen Volksaufstand gegen die Machthaber im Iran zu provozieren. NBC News berichtete, Vertreter der Regierung Trump sprächen mit kurdischen Anführern im Nordirak und im Nordwesten des Iran, um möglicherweise Gruppen zu bewaffnen, die Teheran gegenüber feindlich eingestellt sind.
Der Nordirak nahe der iranischen Grenze dient seit langem mehreren bewaffneten Gruppen der iranisch-kurdischen Opposition als Rückzugsgebiet und wird regelmäßig von iranischen Angriffen ins Visier genommen. Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Mitgliedern, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch im Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.
