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Über den Kampf zum Sieg – im Ringen um die Rettung hat’s bei Zweitligist Münster ganz offensichtlich einen Kurswechsel gegeben. Weg vom Fußball mit ganz feiner Klinge, hin zum harten Säbelrasseln. Nicht nur einstecken, sondern auch austeilen. Beim Blick in die Statistik wird deutlich, dass die „Schwarz-Weiß-Grünen“ inzwischen ziemlich unangenehm werden können…

Keiner kassiert mehr Karten. Preußen führt die Sünder-Liste an!

Vorab sei klargestellt: Das laufintensive Rauten-System, dass die Jungs von Chefcoach Alexander Ende (46) gerade zu Saisonbeginn oftmals zelebrierten, wurde zu Recht von vielen gelobt. War gut anzusehen, blitzt auch jetzt noch hin und wieder auf. Sie können‘s – keine Frage.

Mussten mittlerweile aber einsehen, dass es nicht immer – oder immer seltener – zielführend ist. Die Gegner haben sich zunehmend darauf eingestellt. So freute sich etwa Lautern-Trainer Torsten Lieberknecht (53) nach dem 3:2 seiner „Roten Teufel“ an der Hammer Straße: „Wir haben uns akribisch auf Münster vorbereitet und wirklich ganz genau hingeschaut. Die fußballerischen Inhalte, die uns sehr wichtig waren, konnten wir gut umsetzen. Unter anderem hat die Spielverlagerung gegen Preußens Raute bestens funktioniert. Sie war der Schlüssel für unseren Sieg!“

Braunschweigs Mehmet Aydin (r.) zieht Preußen-Stürmer Imad Rondic (l.) das Trikot lang. Zum Kampf um den Klassenerhalt geht's nicht gerade zimperlich zur Sache...

Braunschweigs Mehmet Aydin (r.) zieht Preußen-Stürmer Imad Rondic (l.) das Trikot lang. Zum Kampf um den Klassenerhalt geht’s nicht gerade zimperlich zur Sache…

Foto: Swen Pförtner/dpa

Auch HSV-Star Nicolai Remberg (25), der noch immer einen engen Kontakt zu seinen früheren „Adler-Kollegen“ pflegt und bei dieser Partie auf der Tribüne die Daumen drückte, stellte hinterher gegenüber BILD fest: „Man kann in Schönheit sterben. Doch manchmal muss einfach die Schönheit sterben, um zum Erfolg zu kommen.“ Recht hat er…

Der wichtige „Auswärts-Dreier“ in Braunschweig nach neun Sieglos-Spielen in Serie als Beweis dieser These. Kapitän Jorrit Hendrix (30) nach dem Abpfiff platt, aber glücklich: „Das sorgt für neues Selbstvertrauen. Ein wahnsinnig schweres Spiel, viele lange Bälle. Da ging es erst einmal um Zweikämpfe – und erst danach ums Fußballspielen.“ Genau das wird wohl auch in den kommenden Wochen und Monaten ganz oben auf Preußens Agenda stehen.

Dass die sich durchaus wehren können, zeigen die weiteren Zahlen. In der Fairness-Tabelle bilden sie sogar das „unrühmliche“ Schlusslicht. Mit 69 Gelben, einer Ampel- und vier knallroten Karten. Insgesamt also schon fünf Platzverweise in den 24 Begegnungen der laufenden Saison. Zweimal musste allein Abwehrchef Paul Jaeckel (27) vorzeitig unter die Dusche, zuletzt in Braunschweig nach Doppel-Verwarnung (88.). Dazu Niko Koulis (28/in Karlsruhe), Yassine Bouchama (28/in Paderborn) sowie Torhüter Johannes „Jojo“ Schenk (23/gegen Schalke).

Die Preußen feierten in Braunschweig nach 9  Sieglos-Spielen in Serie endlich wieder einen wichtigen „Dreier“

Die Preußen feierten in Braunschweig nach 9 Sieglos-Spielen in Serie endlich wieder einen wichtigen „Dreier“

Foto: Swen Pförtner/dpa

Stolzer Spitzenreiter sind die Preußen dagegen, wenn’s um die Anzahl der gewonnenen Zweikämpfe geht. Mit 2793 liegen sie vor dem 1. FC Nürnberg (2696) und Holstein Kiel (2685). In der Kategorie „Fouls am Gegner“ kommen sie auf 324 – und damit Rang 2. Hinter den „Störchen“ (328) und knapp vor Schalke (318).

Kratzen, beißen, Vollgas geben – und das alles mit viel Leidenschaft. Schon am Sonntag daheim gegen die Hertha (8.3./13:30 Uhr) sind diese Tugenden bei den Preußen wieder gefragt. Denn nur so gelingt der nächste Erfolg. Und am Ende hoffentlich auch der ersehnte Klassenerhalt…

Mann am Mikro! Mittelfeldspieler Marvin Schulz war jetzt zu gast beim Podcast „Preußen Privat“. Hörenswert...

Mann am Mikro! Mittelfeldspieler Marvin Schulz war jetzt zu gast beim Podcast „Preußen Privat“. Hörenswert…

Foto: Privat

Achtung – die neue Folge vom beliebten Insider-Podcast „Preußen Privat“ aus der kultigen Bode-Stadionloge ist ab sofort „on air“. Darin erzählt Mittelfeld-Allrounder Marvin Schulz (31) unter anderem über seine Jugend-Jahre bei Borussia Mönchengladbach, einen Tattoo-Selbstversuch, wie er seine Frau Melissa kennenlernte und welche interessante Hunde-Mischung sich hinter seinem „Pomsky“ verbirgt. Jederzeit kostenlos reinhören unter www.preussenprivat.de oder überall dort, wo es gute Podcasts (etwa bei Spotify) gibt.