Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ukraine greift Russland wohl über Georgien an

Aktualisiert am 05.03.2026 – 07:22 UhrLesedauer: 11 Min.

Ein ukrainischer Soldat startet eine Drohne: In der Nacht soll die Ukraine Russland über Georgien angegriffen haben.Vergrößern des Bildes

Ein ukrainischer Soldat startet eine Drohne: In der Nacht soll die Ukraine Russland über Georgien angegriffen haben. (Quelle: IMAGO/Dmytro Smolienko / Avalon)

Selenskyj sieht keine Signale für neue Gespräche mit Russland unter US-Vermittlung. Putin zieht in Erwägung, Gaslieferungen in die EU zu stoppen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die Ukraine soll Russland mit Kamikaze-Drohnen angegriffen haben, die vorher über das von Russland besetzte georgische Gebiet Abchasien geflogen sein sollen. Das berichten mehrere Militärblogger aus der Region auf X übereinstimmend. Demnach seien die ukrainischen Drohnen in Richtung der russischen Region Sotschi unterwegs gewesen. Das Verteidigungsministerium in Abchasien bestätigte Berichte über Schüsse und Explosionen über der Schwarzmeeresküstenstadt Suchumi – wahrscheinlich ausgelöst durch die Luftabwehr der ukrainischen Drohnen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht wegen der Lage im Nahen Osten von einer Pause in den Friedensgesprächen mit Russland unter US-Vermittlung aus. „Aufgrund der Situation mit dem Iran sind die notwendigen Signale für ein trilaterales Treffen bislang noch nicht gekommen“, sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft.

Er hatte mit neuen Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen Anfang März gerechnet. Nun sagte er, dass die „trilaterale diplomatische Arbeit“ wieder aufgenommen werden solle, sobald „die Sicherheitslage und der allgemeine politische Kontext es uns erlauben“. „Die Ukraine ist dazu bereit“, sagte er. Auch der Kreml hatte mitgeteilt, trotz der „Enttäuschung“ über den US-Angriff auf den mit Russland befreundeten Iran weiter auf die Vermittlung Washingtons im Ukraine-Krieg zu setzen. Zuletzt hatte es mehrfach Gespräche gegeben – erst in Abu Dhabi, dann in Genf.

Selenskyj sagte, dass er mit seinem Chefunterhändler Rustem Umjerow gesprochen habe, der „praktisch täglich mit den Vereinigten Staaten in Kontakt“ stehe. Die USA hatten am Samstag gemeinsam mit Israel den Iran angegriffen. Danach begann auch Teheran mit Gegenschlägen, die mehrere Staaten in der Golfregion trafen.

Angesichts des von der EU geplanten Embargos gegen russisches Gas denkt Kremlchef Wladimir Putin darüber nach, die Lieferungen nun selbst schon vorher zu stoppen. „Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen“, sagte Putin in einem auch vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens. Demnach erwägt der Präsident dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen zuvorzukommen.