„Wir kommen gern nach Wuppertal und haben auch in diesem Jahr ein attraktives Programm mit tollen Konzerten“, erklärte Katrin Zagrosek, die Intendantin des Klavier-Festivals Ruhr. In dieser Woche stellte sie die Veranstaltungen vor, die im Rahmen des Festivals in der Historischen Stadthalle stattfinden werden. Sie dankte für die große Unterstützung durch Leitung und Team des Hauses und betonte, dass Wuppertal ein wichtiger Standort des Festivals sei.

Noch vor der offiziellen Eröffnung wird am Montag, 16. März, um 20 Uhr Hélène Grimaud in der Historischen Stadthalle zu Gast sein. Das Herz des französischen Weltstars schlägt für die deutsche Romantik. In ihrem Rezital werden deshalb Werkzyklen von Johannes Brahms im Zentrum stehen. Außerdem hat sie Werke von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven für das Konzert in Wuppertal ausgewählt – ihr einziges Solo-Rezital in Deutschland in diesem Jahr.

Kaum ein anderer Pianist pflegt die klassische Tradition so konsequent und beleuchtet die Werke dabei immer wieder neu wie Rudolf Buchbinder. Der Altmeister steht für tiefes Vertrauen in die Partitur und eine authentische Spielweise ohne Pathos. Buchbinder, der als Wunderkind am Klavier begonnen hat und im Dezember 80 Jahre alt wird, präsentiert Werke von Beethoven, Mozart und Schubert. In seinem Rezital am 3. Juni wird Beethovens „Appassionata“ sicherlich zu einem besonderen Erlebnis werden.

Beim Konzert am 8. Juli wird der Weltstar Kent Nagano das Deutsche-Symphonie-Orchester Berlin dirigieren. „Für mich ein sehr besonderer Dirigent“, sagt Katrin Zagrosek und ist stolz darauf, dass dieses Konzert in Wuppertal stattfinden kann. Solist am Klavier ist Mao Fujita. Der 25-jährige Japaner gewann bereits viele Preise und wird weltweit als Pianist gefeiert, studiert dennoch bei Kirill Gerstein in Berlin weiter. „Sein sehr zartes Spiel ist wie Sternenstaub“, schwärmt die Festival-Intendantin. Nach der Beethoven Sonate Nr. 1 als Solo-Rezital stehen Antonin Dvořáks Sinfonie Nr. 9 („Aus der Neuen Welt“) und Ludwig von Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 auf dem Programm.

Mustonen spiegelt Otto Dix‘ „An die Schönheit“ am Klavier

Am 14. Mai um 19 Uhr ist der finnische Pianist und Komponist Olli Mustonen in Wuppertal zu Gast. Zusammen mit seinen Landsleuten vom Meta4 Streichquartett präsentiert er Dvořáks Klavierquintett Op. 81, das mit der Verbindung von tschechischer Volksmusik, klassischer Form und lyrischem Ideenreichtum immer wieder begeistert. „Mustonen ist ein toller Pianist, Meta4 ein hinreißendes Streichquartett“, sagt Katrin Zagrosek. Meta4 ist bekannt für atemberaubende Lebensfreude und extrovertierte Spiellust. Damit sorgen die vier weltweit für Furore. Außer Dvořák stehen Mustonens Klavierquintett von 2014 – ein mitreißendes Werk voller rhythmischer Vitalität – und eine Klavier-Sonate von Sergej Prokofiew auf dem Programm.

Bereits am Nachmittag des 14. Mai beteiligt sich Mustonen im Von der Heydt-Museum an einem besonderen Event. An der Seite von Musikwissenschaftler Tobias Bleek vom Klavier-Festival Ruhr und der stellvertretenden Museumsdirektorin Anna Storm begibt er sich auf eine Reise in die jazzbegeisterten 1920er Jahre. Das Werk „An die Schönheit“ – ein Selbstbildnis von Otto Dix – wird vorgestellt und Mustonen spiegelt am Flügel das „Jazzfieber“ damaliger junger Komponisten.

Insgesamt präsentieren 76 Pianisten und Pianistinnen vom 7. Mai bis zum 21. Juli beim weltweit größten Festival dieser Art in 17 Städten facettenreiche Klaviermusik.

Nach diesem Zeitraum gibt es einen weiteren Höhepunkt: Am 20. November ist Lang Lang wieder in Wuppertal zu Gast. „Im Rahmen des Klavier-Festivals spielt er am liebsten in Wuppertal“, erklärte Katrin Zagrosek. „Er war vor zwei Jahren von der Akustik und der Optik hier so begeistert, dass er wiederkommen will.“ Der „Popstar der Klassik“ präsentiert Werke von Mozart, Beethoven, Isaac Albéniz, Enrique Granados und Franz Liszt.

Zum Abschluss der Programmpräsentation dankte Katrin Zagrosek den Ermöglichern des rein privat finanzierten Klavier-Festivals, ohne deren Unterstützung ein so hochkarätiges Programm zu moderaten Eintrittspreisen nicht möglich wäre. Sie nannte die Brennscheidt und die Jackstätt Stiftung, die Firma pohli, Silke Landwehr und Theo Siegert, die Stadtsparkasse Wuppertal, die Firma Knipex und weitere Sponsoren.