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Duisburg (Nordrhein-Westfalen) – Sie gingen mit einem Großaufgebot gegen den organisierten Sozialbetrug in Nordrhein-Westfalen vor und stießen offenbar auf ein Lager für Diebesgut. In einem Keller einer durchsuchten Schrottimmobilie in Duisburg fand die Polizei kistenweise teures Swimmingpool-Equipment. Insgesamt 176 originalverpackte Pool-Roboter mit einem geschätzten Wert im niedrigen sechsstelligen Bereich wurden von den Beamten sichergestellt, teilte die Polizei mit.
Aufgrund der Menge und fehlender Eigentumsbelege geht die Polizei davon aus, dass es sich bei den Geräten, die für die Reinigung von Swimmingpool-Anlagen genutzt werden, um Diebesgut handelt. Nun wird ermittelt, wo die Ware gestohlen wurde – und von wem der Keller genutzt wurde.

In einem Kellerraum einer Schrottimmobilie in Duisburg wurden die originalverpackten Geräte gefunden
Foto: Polizei
Koordinierte Aktion gegen Sozialleistungsmissbrauch
Am frühen Mittwochmorgen hatten mehr als 300 Beamte von Polizei und Zoll sowie Mitarbeiter von Ordnungsämtern, Jobcentern und Jugendämtern sogenannte Problem-Immobilien in Duisburg und in elf anderen Städten des Ruhrgebiets sowie im Bergischen Land durchsucht und kontrolliert. Die vom nordrhein-westfälischen Landesbauministerium koordinierte Aktion zielte in erster Linie darauf ab, systematischen Sozialleistungsmissbrauch sowie ausbeuterische Arbeitsverhältnisse aufzudecken.
Durch die Kontrolle der Wohnungen in den sogenannten Schrottimmobilien wollen die Behörden gegen das Geschäftsmodell krimineller Drahtzieher vorgehen. Die Masche: Menschen aus anderen EU-Ländern mit fingierten Arbeitsverträgen nach Deutschland locken und zu überzogenen Mieten in heruntergekommenen Wohnungen hausen zu lassen. Bei den zeitgleich stattfindenden Razzien waren auch die nordrhein-westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach (49, CDU) und Sozialminister Karl-Josef Laumann (68, CDU) dabei.
Verträge von Arbeitern werden fingiert
Ziel der Aktion sei es, „Geschäftsmodelle auf dem Rücken von sozialleistungsbeziehenden Menschen zu unterbinden“, erläuterte Scharrenbach. „Im Hintergrund stehen Täter, die die Leute beispielsweise aus Südosteuropa hierherlocken, Arbeitsverträge fingieren, die Menschen in heruntergekommenen Problem-Immobilien hausen lassen und von diesen auch noch völlig überzogene Gelder abkassieren“, ergänzte Laumann.
„Das sind diejenigen, denen wir vor allem das Handwerk legen müssen.“ Verwahrloste Problem-Immobilien wirkten sich zudem negativ auf das Wohnumfeld, die kommunale Infrastruktur und den Wohnungsmarkt aus, betonte die Bauministerin.

Insgesamt wurden 176 Pool-Roboter beschlagnahmt – möglicherweise handelt es sich um Diebesgut
Foto: Polizei