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Christoph Daferner (28) hat eine beeindruckende Trefferquote, trotzdem ist er bei Dynamo Dresden nicht mehr gesetzt. Seine Bedeutung würde beim Abstiegskandidaten aber keiner in Frage stellen. Im Gegenteil: Es gibt einen Sensations-Plan mit dem Torjäger…
Aber der Reihe nach: Thomas Stamm (43) sieht Startelf-Stürmer Vincent Vermeij (31) im Spiel gegen den Ball und zum Festmachen von Bällen als stärker an. Der Trainer sagte zuletzt über die Holand-Kante: „Es ist immer die Frage, ob man nur auf Tore bei den Angreifern geht. Entscheidend ist letztlich, dass wir Spiele gewinnen. Bei Standardsituationen hat Vincent mit seiner Größe immer einen hohen Anteil, weil er eine gewisse Wucht und Dominanz im Strafraum hat und Gegner sowie deren Fokus bindet.“
Heißt aber nicht, dass Daferner zum Auslaufmodell bei der SGD wird. Im Gegenteil! Daferner soll zum Nils Petersen (37) werden. Der Freiburger Ex-Bundesliga-Star, den Stamm vor Ort selbst erlebte, ist Rekord-Joker der 1. Liga. 34 Treffer erzielte Petersen nach Einwechslungen.
Über seine Rolle sagte der Erstliga-Held mal: „Damals fand ich es oft nicht cool, dass ich nicht von Anfang an gespielt habe. Heute sage ich mir: Geil, du hast was in der Bundesliga hinterlassen – das ist schon ein schönes Gefühl.“
Wichtig: Petersen erlebte das im selben Alter wie Daferner in dieser Saison. 2016/17 wurde er in Freiburg 26-mal eingewechselt, kam auf zehn Tore und vier Vorlagen. Er lochte damals ohne Stammplatz alle 123 Minuten ein, Daferner braucht aktuell ebenfalls nur 145 Minuten bis zum Jubeln.

Nils Petersen jubelte in der Saison 2016/17 ständig als Super-Joker des SC Freiburg
Foto: dpa
In Dresden traut man Daferner ebenfalls zu, diese Rolle zu entdecken und zu nutzen. So wie beim 3:1-Sieg gegen Darmstadt. Vermeij traf doppelt und ging runter. Daferner kam und tütete den Dreier mit seinem Tor des Tages ein.
„Ich glaube, es war wichtig in der Spielsituation. Durch unsere gelb-rote Karte hätte das Spiel noch kippen können“, meinte Daferner hinterher. „Klar, war es für mich auch gut. Als Stürmer liebst du das Gefühl, ein Tor zu schießen.“
Wie Daferner die Joker-Rolle lernt
Der gebürtige Bayer kann, selbst wenn er nicht von Beginn an aufläuft, der Mann werden, der sich für den Siegtreffer am Zaun feiern lassen kann. Daferner hat das Verständnis und die Klugheit, diese Chance zu erkennen.
Er sagt: „Es ist entscheidend, den Mitspielern die Tore zu gönnen. Nicht nur auf unserer Position, auch wenn Angreifer da noch mehr im Fokus sind. Wenn man auf dem Platz ist, will man einfach helfen. Und da gilt es, so weiterzumachen bis zum Ende der Saison.“

Christoph Daferner (vorn) muss nicht im Schatten von Vincent Vermeij (hinten) stehen – selbst, wenn er von der Bank kommt
Foto: Olaf Rentsch
Und Daferner betont: „Wir drei vorn haben einen guten Konkurrenzkampf und es erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit, wenn wir uns gegenseitig pushen. Der Klassenerhalt ist für alle das Ziel und das geht nur zusammen.“ Damit meint er explizit auch Stefan Kutschke (37), der auf Schalke (2:2) zum späten Doppelschlag verhalf.
Bisher tat sich Christoph Daferner bei Joker-Einsätzen gar nicht so leicht. In Kiel (1:2) und gegen Elversberg (1:2) vergab er Großchancen. Sein Umgang damit? „Es gibt immer mal wieder solche Situationen. Das muss man einfach abhaken. Was bringt‘s mir, wenn ich da immer noch damit hadere.“ Jede Rolle muss eben erst gelernt sein.
Das bewies er gegen Darmstadt mit seinem ersten Treffer nach Einwechslung. Dieses Vertrauen in seine Joker-Stärken braucht er jetzt. Erstmals ging das Konzept für Dynamo Dresden auf – und die Fortsetzung ist ja bereits in Planung. Am besten legt er Sonntag in Karlsruhe gleich nach…