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Köln (NRW) – Der Kölner Dom wird Touristen in Zukunft Eintritt kosten. Damit sollen die gestiegenen finanziellen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden, wie das Domkapitel auf einer Pressekonferenz mitteilte. Die Gebühr soll ab der zweiten Jahreshälfte 2026 erhoben werden.

Die Finanzlage von Deutschlands bekanntester Kirche soll verbessert werden, gab Dompropst Guido Assmann am Donnerstag bekannt. „Wir müssen unsere eigene Einnahmenseite steigern“, sagte der Geistliche. Für Gottesdienste und Gebete soll der Kölner Dom aber weiterhin frei zugänglich sein. Nun werde ein Konzept für die praktische Umsetzung entwickelt, sagte Assmann. Die Höhe der künftigen Gebühr stehe noch nicht fest.

Derzeit kostet die Kathedrale mehr Geld, als sie einnimmt: Die Ausgaben lagen 2024 bei rund 14,2 Millionen Euro, die Einnahmen bei etwa 14 Millionen Euro.

Für dieses Jahr würden Ausgaben in Höhe von 16 Millionen Euro erwartet. Die Rücklagen seien mittlerweile aufgebraucht. Als Sparmaßnahme wurde auch schon die Zahl der Dombauhütten-Mitarbeiter von 100 auf 85 reduziert. Die Dombauhütte führt dauerhafte Restaurierungs- und Erhaltungs­maßnahmen durch.

Assmann erklärte, der Eintritt sei alternativlos. Bisher war der Zutritt in die zum Weltkulturerbe gehörende Kathedrale (meist von 6 bis 20 Uhr geöffnet) grundsätzlich kostenfrei. Lediglich für den Eintritt zur Domschatzkammer und den Aufstieg in den Turm müssen Besucher bereits zahlen.

Normalerweise kein Eintritt für Kirchen

Den Kölner Dom besuchen pro Jahr rund 6 Millionen Menschen. Die Kathedrale gehört damit zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Bundesrepublik. In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Allerdings kosten zum Beispiel Turmbesteigungen und Kirchenschatz-Ausstellungen auch hierzulande häufig Eintritt. Im Ausland sind Zugangsgelder für Kirchen üblicher.