Stand: 05.03.2026 20:10 Uhr

Ein Beachclub mit besonderem Flair – den gab es noch vor elf Jahren im Harburger Binnenhafen. Doch dann musste der Beachclub für den geplanten Bau eines Hotels weichen. Bis heute ist davon aber nichts zu sehen, die Fläche am Veritaskai liegt brach. Wie NDR 90,3 exklusiv erfuhr, ist das Projekt gescheitert.

von Karo Weiß

Das Premium-Grundstück gehört wieder der Stadt. Statt Beachflair oder imposantem Hotelhochhaus ist mitten im Binnenhafen nur eine abgesperrte Fläche zu sehen, die an vielen Stellen von Gras und Gestrüpp überwuchert ist. Die Hamburger Lorenz Gruppe hatte als Bauherr 2019 einen Vertrag mit der Plaza Hotelgroup aus Heilbronn unterzeichnet mit der Vision ein Hotel mit 272 Zimmern auf 19 Etagen zu bauen. Das ist geplatzt, das Grundstück längst an die Stadt zurückgegeben, wie jetzt herauskam. Für die Harburgerinnen und Harburger bringt das die bittere Erkenntnis: Der Beachclub ist umsonst gewichen.

Hinzu kommt: Ein neuer Beachclub sollte eigentlich schon längst direkt um die Ecke am Treidelweg entstanden sein. Es gab ein Bewerbungsverfahren. Doch auch dieses Vorhaben zieht sich in die Länge. Denn als der alte Kai saniert wurde, sammelte sich plötzlich das Wasser auf der künftigen Beachclubfläche. Deshalb muss die Entwässerungsstruktur neu gebaut werden, sagt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD): „Insofern wird das dann etwas für 2027, sobald alle Voraussetzungen da sind, gehen wir auch wieder in eine Neuvergabe, damit wir da endlich mal gemeinsam einen Beachclub einweihen können.“

Grundstück soll neu ausgeschrieben werden

Das Grundstück in Premiumlage am Veritaskai mit den gescheiterten Hotelplänen soll demächst neu ausgeschrieben werden. Offen ist noch, ob es verkauft wird oder dort das Erbbaurecht greifen soll. Dressel betont im Gespräch mit dem NDR, dass nicht alles mit stattlicher Subvention zu lösen sei. „Es muss eben auch so sein, dass sich Investoren finden, dass sich Betreiber finden, die sagen, ich nehme das auf mich. Und das ist in der Tat keine ganz einfache Marktsituation im Moment dafür. Wir wollen das an Unterstützung geben, was wir können und dürfen. Und insofern hoffen wir, dass sich jetzt auch bei der Ausschreibung Leute melden, die sagen, ich habe Bock, da was zu entwickeln.“

Weitere Brachflächen im Binnenhafen

Brachfläche mit Bauzaun und im Hintergrund Hochhäuser

Blick auf eine der Brachflächen auf der Harburger Schlossinsel

Zwei weiere Bauflächen, die seit Jahren brach liegen und wo Unkraut wuchert, liegen auf der Harburger Schlossinsel. Der Hamburger Projektentwickler Primus Development ist seit langem dabei das Projekt Lightywood zu realisieren. Es sieht Büro- und Laborflächen vor, darunter ein fünfstöckiges Gebäude in Form eines H, das fast komplett aus Holz gebaut werden soll. Laut Finanzsenator Dressel wurde eine Anhandgabe vereinbart. Das heißt, dass Primus Development ein Konzept vorlegen muss und zwar bis Ende Juni. Und sollte die Stadt es befürworten, geht es an die eigentliche Vertragsgestaltung. Aber ob das so kommt, bleibt abzuwarten.

Soziales Zentrum ist fast fertig

Immerhin sind an einer anderen Stelle im Binnenhafen mehrere Neubauten fast abgeschlossen. Zum einen ein soziales Zentrum mit Wohnunterkünften für hilfsbedürftige Menschen. Zum anderen schräg gegenüber das Projekt Aqua2Dock. Das umfasst ein 3-Sterne-Hotel sowie ein fünfstöckiges Bürogebäude.

Blick auf das Rathaus Harburg im Stadtteil Harburg.

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