
Nachdem Kulturstaatsminister Weimer drei Buchläden von der Preisliste des Buchhandlungspreises streichen ließ, klagen diese jetzt dagegen – darunter eine aus Berlin.
Die vom diesjährigen Branchenpreis ausgeschlossene Berliner Buchhandlung „zur schwankenden Weltkugel“ geht juristisch gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) vor. Das kündigte sie in einer gemeinsamen Erklärung mit den beiden anderen betroffenen Buchläden an.
Die drei Buchläden seien von einer sachverständigen Jury für den Deutschen Buchhandlungspreis bestimmt worden, weil sie ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anböten oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung engagierten, heißt es in einer Mitteilung ihrer Anwälte. Sie hätten den Preis verdient. Daher klage man gegen den Kulturstaatsminister auf Vergabe des Preises, wie von der Jury gewollt.
Klagen sollen nächste Woche eingereicht werden
Daneben bestünde ein grundrechtlich geschütztes Interesse zu erfahren, wer genau wann und warum auf die Preisvergabe „diesen bislang beispiellosen Einfluss“ genommen habe, so die Anwälte weiter. Deshalb wolle man auch vollständige Auskunft über die Abläufe und über die vermeintlich vorliegenden Informationen vom Verfassungsschutz erhalten. Zudem wollen sie das sogenannte Haber-Verfahren gerichtlich überprüfen lassen, also die Möglichkeit, vor der Vergabe staatlicher Fördermittel den Verfassungsschutz einzuschalten. Die Klagen sollen Anfang der kommenden Woche eingereicht werden.
Weimer hatte drei Buchgeschäfte von der Preisliste streichen lassen und dies mit den Ergebnissen einer Überprüfung durch den Verfassungsschutz begründet. Zuerst berichtete die Süddeutsche Zeitung [Bezahlartikel].
Neben der Buchhandlung „zur schwankenden Weltkugel“ im Prenzlauer Berg sind die Buchläden „Rote Straße“ aus Göttingen und „Golden Shop“ aus Bremen betroffen.
Sendung: rbb24 Inforadio, 05.03.2026, 15:00 Uhr