Nach rund sieben Jahren Leerstand soll die zu DDR-Zeiten legendäre Mokka-Milch-Eisbar in der Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte mit einem neuen Konzept wiedereröffnet werden. Man wolle das Gebäude als „Community-Hub mit Gastronomie, Veranstaltungsflächen und Coworking Space“ neu beleben, teilten die Betreiber mit. Als Eröffnungstag ist der 27. Mai angesetzt, wie der Tagesspiegel von Betreiberin Natacha Neumann erfuhr. Im Oktober 2025 war das ehemalige Eiscafé als Mietobjekt inseriert worden, der Tagesspiegel hatte berichtet.

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Das kulinarische Angebot geht demnach in Zukunft deutlich über das eines Eiscafés hinaus: Ein Restaurant, ein Café und eine Bar sollen alles „von Morgenkaffee bis Abendcocktails“ bieten. Der Fokus werde auf lokalen Erzeugnissen liegen.

Die weiteren Nutzungsmöglichkeiten richten sich wohl weniger an DDR-Nostalgiker und mehr an jüngere Menschen. „Flexible Arbeitsplätze treffen auf kuratierte Veranstaltungen, Community-Formate und kulturelle Highlights“, hieß es von den Betreibern.

Es soll „kein Hipster-Café“ werden

Das Gebäudeinnere, das auf der Webseite der Mokka-Milch-Eisbar präsentiert wird, erinnert an andere Co-Working-Spaces im Bezirk: weiß-grau-braune Farbgebung, Holzmöbel und viele Pflanzen. Es solle jedoch „kein Hipster-Café werden“, sagte Alex Neumann, der die Bar gemeinsam mit seiner Frau übernommen hat, dem „Berliner Kurier“. Im Cafébereich seien keine Laptops erlaubt.

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Und zumindest von außen soll der historische Charme des Gebäudes bestehen bleiben: Es sei in enger Absprache mit dem Landesdenkmalamt saniert worden, teilten die Betreiber mit. Die ikonischen Lettern auf dem Dach des Gebäudes und die Markisen habe man repariert beziehungsweise restauriert. Man wolle mit den neuen Konzept die „Geschichte und Zukunft Berlins“ verbinden.

Die Mokka-Milch-Eisbar, genannt „Mokke“, wurde 1961 gebaut und war ein beliebter Treffpunkt in Ost-Berlin. 1969 veröffentlichte Thomas Natschinski einen Song über die Eisdiele, der ein Riesenhit wurde und einen regelrechten Eiscafé-Hype in der DDR auslöste.

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Nach fast 30 Jahren wurde die „Mokke“ in der Wendezeit geschlossen und umfangreich saniert. Das Restaurant „Alberts“ und der Club „A-Lounge“ zogen ein. Seit das „Alberts“ 2019 seinen Betrieb einstellte, stand das Gebäude leer.