Kommunalwahlen in Bayern

Warum Nürnberger am Sonntag genau 71 Stimmen haben

05.03.2026 – 16:39 UhrLesedauer: 2 Min.

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Eine Frau in einer Wahlkabine (Symbolbild): In der Frankenmetropole entscheiden 71 Stimmen über die künftige Stadtspitze und den Stadtrat. (Quelle: imago stock&people/imago)

Zwei Wahlen, dutzende Kandidaten und ein komplexes Punktesystem. In Nürnberg entscheidet am Sonntag die richtige Verteilung von 71 Stimmen über die Macht im Rathaus.

Nürnberg wählt am 8. März 2026 einen neuen Stadtrat und die Stadtspitze. Während in vielen anderen Bundesländern oft nur eine Handvoll Kreuze ausreicht, fordert das bayerische System den Wählern in Nürnberg deutlich mehr ab. Insgesamt dürfen 71 Stimmen vergeben werden.

Der Mammutanteil der Stimmen entfällt auf den Stadtrat. Da das Nürnberger Stadtparlament aus 70 Stadträtinnen und Stadträten besteht, hat auch jeder Wähler exakt 70 Stimmen für dieses Gremium. Diese hohe Anzahl an Stimmen sorgt dafür, dass die Wahlzettel in Nürnberg oft so groß sind wie kleine Tischdecken. Noch viel mehr Stimmen müssen allerdings Wähler in München vergeben.

Die 70 Stimmen können entweder pauschal an eine Liste vergeben oder einzeln über den riesigen Zettel verteilt werden. Wer sich für die Einzelvergabe entscheidet, sollte Zeit mitbringen: Jedes einzelne Kreuz zählt, und die Gefahr, sich bei der hohen Anzahl zu verzählen, ist groß. Zu viele Kreuze machen den gesamten Zettel ungültig.

Zusätzlich zu den 70 Stimmen für den Stadtrat kommt ein zweiter Zettel für die Wahl des Oberbürgermeisters hinzu. Hier ist die Sache deutlich simpler: Jeder Wähler hat genau eine Stimme. Zusammen mit dem Stadtrats-Zettel ergibt das die markante Gesamtzahl von 71 möglichen Kreuzen pro Person.

Die Anzahl von 71 Stimmen pro Wähler hat auch Folgen für die Wahlnacht. Da viele Nürnberger ihre Stimmen einzeln vergeben (Häufeln und Mischen), dauert die Auswertung der Stadtratswahl extrem lange. Während der Oberbürgermeister meist schon am Sonntagabend feststeht, kann es beim Stadtrat Tage dauern, bis das endgültige Ergebnis feststeht.

Um Fehler zu vermeiden, empfiehlt das Wahlamt, sich vorab mit den Listen vertraut zu machen oder die Briefwahl zu nutzen. So lassen sich die 71 Kreuze in Ruhe zu Hause setzen, ohne den Zeitdruck in der Wahlkabine. Die t-online-Redaktion in Nürnberg begleitet den Wahlabend live mit allen wichtigen Entwicklungen.