Mit Spannung erwarten die Freunde des Bürgerhauses in Reisholz die Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie zur Weiterentwicklung des Hauses. Aus dem zuletzt noch Mitte Januar avisierten Datum „Ende Februar“ ist nun Mitte März geworden. Schriftlich heißt es auf Anfrage bei der Stadt: „Die Verwaltung hat die Vorlage der Ergebnisse für Mitte März zugesichert. Im Anschluss daran erfolgt die Auswertung, bevor die daraus hervorgehenden Handlungsoptionen den politischen Gremien zur Beratung vorgestellt werden.“
Christoph Laugs, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung 9, sieht der Veröffentlichung gelassen entgegen: „Oberbürgermeister Stephan Keller hat im August 2025 versprochen, dass das Haus erhalten bleibt. Und darauf verlassen wir uns als SPD.“ Seine Fraktion erkenne zudem an, dass man im Amt für Soziales und Jugend mit Hochdruck daran arbeite.
Mit dieser Studie soll nicht weniger als die Zukunft des Hauses skizziert werden. Dass sich die Menschen in Hassels und Reisholz überhaupt Sorgen darüber machen, ist der „Handlungsfeldübergreifenden Betrachtung sozialer Infrastruktur im Amt für Soziales und Jugend“ geschuldet, die Mitte 2024 einen Überblick über die städtischen Bürgerhäuser gab. Für das Bürgerhaus Reisholz führte die Verwaltung damals aus: „Überprüfung der Weiterführung des Bürgerhauses Reisholz im Hinblick auf den umfangreichen Neubau des Spektakulums in Benrath“. Das löste im gesamten Stadtbezirk 9 ein kleines Beben aus. Bis heute gibt es übrigens auch noch keinen Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss für den Neubau der Jugend- und Kultureinrichtung Spektakulum.
Der Förderverein des Bürgerhauses startete eine Unterschriftenaktion, der sich viele Hunderte Nutzer und Freunde des Hauses anschlossen. Daraus resultierte dann Ende August 2025 – also kurz vor der Kommunalwahl –, dass Oberbürgermeisterkandidat Stephan Keller, der wiedergewählt werden wollte, das Thema mal eben so abräumte.
So sei zum einen das Thema mit einem Umzug ins Spektakulum vom Tisch, sicherte er damals den Mitgliedern des Fördervereins zu. Stattdessen werde die Verwaltung an einer Machbarkeitsstudie mit zwei Varianten arbeiten, so Keller damals: Beide beinhalteten den Kauf der Immobilie von einem Privatmann. In der einen Variante kaufe die Stadt die Villa und den Anbau, der abgerissen werde, dort solle dann ein Saal mit Café gebaut werden. In der zweiten Variante, die größer sei, werde die Villa abgerissen und das Bürgerhaus komplett neu gebaut. Allerdings, so beschrieb es Keller, lag man vor einem knappen halben Jahr bei den preislichen Vorstellungen noch weit auseinander: „Da der aktuelle Mietvertrag aber noch bis 2029 läuft, haben wir für alles noch genügend Zeit.“
Doch aus dem Stadtteil Reisholz heißt es von den Menschen: „Wir wollen endlich Klarheit haben, was mit unserem Bürgerhaus passiert.“ Die Raummöglichkeiten sind vor Ort sehr beschnitten. Das Angebot wie von allen gewünscht zu erweitern geht schlichtweg nicht, weil es an Platz mangelt.
Am Donnerstag, 19. März, verabschiedet der Stadtrat den Haushalt. Im Entwurf des Haushaltsplanes für 2026 heißt es: „Die Verwaltung und die städtischen Beteiligungen müssen ihre Leistungen priorisieren und an die Ertragslage anpassen.“ Und natürlich wird dann im Süden der Stadt die Frage nach dem Neubau der Oper laut und ob die Stadt sich dann weitere freiwillige Leistungen wie den Neu- oder Umbau eines Bürgerhauses in Reisholz oder den Neubau einer Stadtteilbücherei neben dem Bürgerhaus Benrath überhaupt noch wird leisten können.
Auf eine Anfrage der Fraktion SPD/Volt im Stadtrat Anfang des Jahres hatte die Verwaltung berichtet, dass es aufgrund der aktuellen Finanzsituation nicht möglich ist, einen finanziellen Rahmen für die Aufwertung der städtischen Bürgerhäuser zu benennen. Eigentlich hätte dieser Prozess abgeschlossen sein sollen. Weiter hieß es damals von der Stadt: „Alle Maßnahmen werden auf die Vereinbarkeit mit der Leistungsfähigkeit des Haushaltes sowie der personellen Ressourcen geprüft.“ Trotz der Haushaltslage bleibt das erklärte Ziel der SPD, die im Stadtrat in der Opposition sitzt, bestehen: „Für uns ist es wichtig, dass es auch in den dezentralen Stadtteilen Kulturangebote gibt.“