
In Berlin haben in diesem Jahr noch weniger Kinder den Probeunterricht fürs Gymnasium bestanden als im vergangenen Jahr. Die Bildungsverwaltung sieht sich durch die Ergebnisse bestätigt.
In Berlin haben in diesem Jahr noch weniger Kinder den Probeunterricht fürs Gymnasium bestanden als im vergangenen Jahr. 1.223 Schülerinnen und Schülern nahmen laut Bildungsverwaltung teil, nur 1,22 Prozent von ihnen erhielten eine Empfehlung fürs Gymnasium: insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler.
Im vergangenen Jahr, als das neue, eintägige Verfahren erstmals angewandt wurde, waren es 2,6 Prozent von damals 1.937 teilnehmenden Kindern: genau 51 Schülerinnen und Schüler.
Die Bildungsverwaltung sieht sich durch die Ergebnisse bestätigt. Sie zeigten, wie verlässlich die Einschätzungen der Grundschulen für die Kinder seien.
Am Probeunterricht können Kinder teilnehmen, die keine Gymnasialempfehlung haben. Nach Angaben der Bildungsverwaltung hatten sich in diesem Jahr deutlich mehr Schülerinnen und Schüler mit einem insgesamt niedrigeren Notendurchschnitt für den Probeunterricht angemeldet.
Probeunterricht ersetzt das frühere Probejahr am Gymnasium
Mehr als die Hälfte der Berliner Grundschülerinnen und Grundschüler – praktisch genauso viele wie im Vorjahr – hat auf Grundlage der Förderprognose ihrer Grundschule eine Gymnasialempfehlung erhalten und kann sich damit direkt an einem Gymnasium anmelden. Grundlage der Förderprognose sind die Leistungen in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache.
Im Rahmen des nun diskutierten Probeunterrichts können Schülerinnen und Schüler ohne Gymnasialempfehlung ihre Eignung für den Besuch eines Gymnasiums nachweisen. Dieser eintägige Probeunterricht ersetzt seit dem Schuljahr 2025/26 – im Zuge der Novellierung des Berliner Schulgesetzes – das frühere Probejahr.
Elternvertreter fordern Probetests
Der Landeselternausschuss sieht die aktuelle Regelung des Probeunterrichts für den Übergang aufs Gymnasium nach der sechsten Klasse entsprechend kritisch. Die noch schlechtere Quote als im Vorjahr sei ein schwieriges Thema, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. Die Erklärung von Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), die nun schlechte Quote sei die Folge der wiederum bereits guten Prognosen in den Grundschulen, greift aus Heises Sicht zu kurz.
Die Elternvertreter fordern, die Tests im Rahmen des Probeunterrichts vorher mit Schülerinnen und Schülern auszuprobieren, die bereits eine Gymnasialempfehlung haben. Das sei auch die Praxis in Brandenburg. „Berlin macht genau das nicht“, sagte Heise. Gleichzeitig wirft Heise der Bildungsverwaltung mangelnde Transparenz vor: Die bereits für den vergangenen Sommer in Aussicht gestellte Auswertung der Aufnahmetests lägen immer noch nicht vor. „Das war angekündigt, aber es kam nichts“, sagte Heise. „Dadurch entsteht der Eindruck, es gebe etwas zu verheimlichen.“ Weil die Daten nicht auf dem Tisch liegen, sei nicht klar, woran und warum so viele Kinder bei den Tests im Probeunterricht scheiterten.
53 Prozent der Schüler in diesem Jahr haben eine Gymnasialempfehlung
Insgesamt stehen nun 28.818 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen vor dem Übergang an die weiterführenden Schulen. Mehr als die Hälfte von ihnen (rund 53 Prozent, 2025: rund 54 Prozent) hat nach Angaben der Bildungsverwaltung von vorneherein eine Gymnasialempfehlung bekommen. Die Grundlage dieser Förderprognose, also der Empfehlung, sind die Noten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache.
Sendung: rbb|24 Abendschau, 05.03.2026, 19:30 Uhr