TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Washington – Wird der Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei (war 86) wirklich der neue Ober-Mullah? Nicht, wenn es nach US-Präsident Donald Trump (79) geht! Er will bei der Nachfolge für einen Staats- oder Regierungschef des Iran mitreden.
„Ich werde großen Einfluss haben, oder es wird keine Einigung geben, denn wir werden das nicht noch einmal durchmachen müssen“, sagte Trump POLITICO-Reporterin Dasha Burns, das wie BILD, WELT, Onet, Business Insider und FAKT zum Netzwerk von Axel Springer Global Reporter gehört.
„Wir werden mit dem Volk und dem Regime zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass jemand an die Macht kommt, der Iran gut aufbauen kann, aber ohne Atomwaffen“, sagte Trump. Der Sohn des eliminierten Ajatollahs komme dabei nicht infrage: „Der Vater wollte ihm das Amt nicht geben, weil er ihn für inkompetent hält.“
Iran-Krieg: „Die Leute finden das großartig“
Trump lobte den Verlauf der Militärkampagne und wischte Sorgen einiger Republikaner, es könnte ihnen mit Blick auf die Zwischenwahlen im November etwa wegen steigender Benzinpreise politisch schaden, zurück. Eine am Donnerstag von „Fox News“ veröffentlichte Umfrage ergab, dass die Wähler geteilter Meinung über den Iran-Einsatz sind – frühere Umfragen ergaben, dass er unpopulär ist.
Trump glaubt das aber nicht. „Die Leute finden das großartig“, sagte er. „Die Leute sind begeistert von dem, was passiert“, sagte Trump. „Wir beseitigen eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten von Amerika, eine große Bedrohung, … und zwar auf eine Weise, wie es noch nie zuvor jemand gesehen hat.“ Trump beschrieb die US-Kampagne gegen den Iran als hochgradig kontrolliert und dementierte Berichte über schwindende Waffenvorräte. „Wir verfügen über unbegrenzte Waffenvorräte, unbegrenzt.“
Mullah-Regime bleibt „nur Mut“
Die Iraner seien militärisch quasi besiegt. „Sie haben keine Marine. Sie haben keine Luftwaffe. Sie haben keine Luftaufklärung. Alles ist zerstört. Ihr Radar ist zerstört. Ihr Militär ist dezimiert“, sagte Trump. „Sie haben nur Mut.“

Trump-Reporterin Dasha Burns
Foto: Dasha Burns
Und er bekräftigte seine Unterstützung für Verteidigungsminister Pete Hegseth. „Sie sehen, wie gut Pete seine Arbeit macht, und Sie sehen, wie gut das Militär ist. Wir haben ein fantastisches Militär. Die ganze Welt sieht das jetzt. Ich habe das Militär in meiner ersten Amtszeit aufgebaut und setze es in meiner zweiten ein“, sagte er.
„Kuba wird auch fallen“
Und: Er sagte voraus, dass die iranische Regierung nicht die letzte sein werde, die in einer von ihm initiierten Konfrontation einknickt: „Kuba wird auch fallen.“
Trump bestätigte außerdem, dass die Vereinigten Staaten mit der kommunistischen Führung Kubas in Kontakt stehen, da sich die Instabilität auf der Insel nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro verschärft. „Sie brauchen Hilfe. Wir sprechen mit Kuba“, sagte Trump.
Woran das liege? „Nun, das liegt an meiner Intervention“, sagte Trump. „Wir haben jegliches Öl, jegliches Geld … alles, was aus Venezuela kam, der einzigen Quelle, gestoppt. Sie wollen einen Deal abschließen“, sagte er. Und weiter: „Nach 50 Jahren ist das das Sahnehäubchen.“
Ukraine „hat keine Trümpfe in der Hand“
Obwohl der Iran weiterhin im Fokus steht, sagte Trump, die Verhandlungen über den Krieg in der Ukraine würden fortgesetzt. Er äußerte erneut seine Frustration über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
„Selenskyj muss endlich handeln und eine Einigung erzielen“, sagte Trump. Andererseits glaube Trump, dass der russische Präsident Wladimir Putin zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges bereit sei.
Auf die Frage, was Selenskyj an einem Friedensabkommen hindere, wollte Trump sich nicht näher dazu äußern, beharrte aber darauf, dass der ukrainische Präsident nicht genügend Verhandlungsbereitschaft zeige. „Sie haben keine Trümpfe in der Hand. Jetzt hat er noch weniger.“
Dasha Burns schreibt als Trump-Reporterin für BILD. Mit ihren klaren Fragen und präzisen Recherchen begleitet sie den US-Präsidenten journalistisch seit 2024, reist auch mit ihm in der Air Force One. Im Juli 2024 erlebte sie das Attentat auf Trump aus nächster Nähe. Ihr großes Präsidenten-Interview ging vor wenigen Monaten um die Welt. Bei POLITICO (gehört wie BILD zu Axel Springer) leitet Dasha das White-House-Team, außerdem ist sie Moderatorin des Podcasts „The Conversation“. Dasha Burns ist in der Ukraine geboren und hat in Berkeley (Kalifornien) Medienwissenschaften und Anthropologie studiert.