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Die Ermittler durchsuchten bundesweit 80 Objekte. Auch in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet fanden Razzien statt.
Frankfurt/Offenbach/Hanau/Maintal/Wetzlar/Wiesbaden – Das regionale Ermittlungszentrum der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Frankfurt hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hanau eine großangelegte Razzia gegen mutmaßliche Schwarzarbeit in der Baubranche durchgeführt. Rund 1000 Einsatzkräfte durchsuchten dabei in sechs Bundesländern insgesamt 80 Wohn- und Geschäftsräume. Der bisher ermittelte Gesamtschaden beläuft sich auf rund 28 Millionen Euro. Davon berichtete die Behörde am Mittwoch, 4. März, in einer Pressemitteilung.
Einsatzkräfte des Hauptzollamtes Frankfurt durchsuchten zahlreiche Objekte im Rhein-Main-Gebiet – wie hier in Maintal. © 5VISION.NEWS
Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 35 Personen im Alter von 21 bis 60 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten und veruntreut, die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) betrogen sowie Lohnsteuern hinterzogen zu haben. Sechs Haftbefehle wurden vollstreckt, das Amtsgericht Hanau ordnete anschließend die Untersuchungshaft für alle sechs Betroffenen an.
Millionenwerte gepfändet – Gold, Luxusuhren und Bargeld sichergestellt
Die Durchsuchungen fanden unter anderem in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Maintal (Main-Kinzig-Kreis), Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis) sowie in Berlin, Bochum, Stuttgart und Karlsruhe statt. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen 22 der Beschuldigten sogenannte Servicefirmen betrieben haben, deren einziger Zweck die Erstellung und der Verkauf von Abdeckrechnungen an Unternehmen der Baubranche war. Diese fingierten Rechnungen dienten dazu, Gelder für die Auszahlung von Schwarzlöhnen zu verschleiern.
Im Fokus stehen darüber hinaus 13 weitere Beschuldigte, die mehrere Bauunternehmen betreiben und seit 2022 bundesweit Bauleistungen im Wert von rund 70 Millionen Euro erbracht haben sollen. Dabei besteht der Verdacht, dass Löhne in erheblichem Umfang am Fiskus vorbei ausgezahlt wurden. Zur Finanzierung dieser Schwarzlöhne sollen Abdeckrechnungen in einem Volumen von rund 35 Millionen Euro genutzt worden sein.
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Zur Sicherung von Vermögenswerten wurden 20 Vermögensarreste in Höhe von insgesamt 13,4 Millionen Euro erwirkt und vollstreckt. Zollhunde kamen dabei gezielt zum Aufspüren von Bargeld zum Einsatz. Unter den gepfändeten Gegenständen befanden sich:
- Bargeld in sechsstelliger Höhe
- Gold und Luxusuhren
- Hochpreisige Fahrzeuge
In einer Arbeitnehmerunterkunft der Beschuldigten wurden zudem 15 Personen vorläufig festgenommen, denen Aufenthaltsverstöße durch unerlaubte Arbeitsaufnahme vorgeworfen werden. Neben dem Hauptzollamt Frankfurt am Main waren Einsatzkräfte von 37 weiteren Hauptzollämtern, der Bundes- und der hessischen Landespolizei, Spezialeinheiten von Zoll und Polizei sowie Vertreter der Staatsanwaltschaft Hanau an der Aktion beteiligt.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hanau, der Steuerfahndungsstelle des Finanzamts Offenbach und des Ermittlungszentrums der Finanzkontrolle Schwarzarbeit dauern weiterhin an.