5. Niederlage in Folge

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Ist Igor Tudor als Trainer von Tottenham Hotspur schon gescheitert? Das 1:3 im Londoner Stadtduell gegen das zuletzt ebenfalls kriselnde Crystal Palace am Donnerstagabend war die dritte Niederlade im dritten Spiel für den erst Mitte Februar als Nachfolger von Thomas Frank eingestellten Kroaten. Trainerübergreifend haben die Spurs sogar fünf Partien in Folge verloren und wäre da nicht die Champions League, in der gegen Dortmund und Frankfurt gewonnen wurde, stünden zwölf Partien in Folge ohne Sieg zu Buche. Der Blick auf die Tabelle ist dramatisch und das Publikum wendet sich immer weiter ab.
Längst wird sich in englischen Medien und unter Fans in den sozialen Netzwerken die Frage gestellt, ob Tudor schon frühzeitig wieder abgelöst werden sollte, damit der Klassenerhalt gelingt. „Nach diesem Spiel glaube ich noch mehr daran als zuvor“, gab sich Tudor nach der Partie kämpferisch. Er habe da etwas gesehen. Und der Mannschaft gab er noch einen mit: „Ich muss die richtigen Leute auswählen, denn das Boot fährt in die Richtung, in die ich fahren möchte und muss. Wer im Boot sitzt, kann bleiben. Andernfalls können sie, wie sagt man so schön, das Boot verlassen.“ Allerdings steht der Tabellen-16. Tottenham nach dem 29. Spieltag nur noch einen Punkt über der Abstiegszone. Der 18. West Ham United fuhr beim 1:0 bei Fulham einen Sieg ein und der 17. Nottingham Forest spielte 2:2 bei Man City. Ergebnisse, die deutlich mehr Grund zur Hoffnung geben als die magere Leistung des Tudor-Teams.
Diese wurde mit Pfiffen quittiert, während die Palace-Fans süffisant sangen, dass ihre Gegenüber sich im kommenden Jahr mit dem ebenfalls aus London stammenden FC Millwall in der Championship messen können. Drei Punkte aus den vergangenen zehn Ligaspielen bedeuten für Tottenham den siebten Platz der schwächsten Teams in der internationalen Formtabelle, gleichauf mit dem 1. FC Heidenheim. Der Kaderwert der Engländer ist mit 876,5 Millionen Euro 13-mal so hoch wie der des Bundesliga-Schlusslichts. Die Spurs müssen aktuell aber auf Spieler im Gesamtwert von 296 Mio. Euro verletzungsbedingt verzichten.
Tottenhams Kaderwert wird am Montag deutlich sinken
Tottenham hat nach Ablösen mit 865,4 Mio. Euro den sechstteuersten Kader der Welt und den neunthöchsten Kaderwert vor dem Premier-League-Marktwert-Update am kommenden Montag. Dort wird dieser naturgemäß deutlich fallen. Weit über zehn Abwertungen sind dort zu erwarten, auch für Spieler wie den im Sommer teuer eingekauften Xavi Simons, der für 65 Mio. Euro aus Leipzig kam.
Auf einen Blick: Die teuersten Teams & wertvollsten Teams der Welt
Gegen Palace saß der Niederländer, genau wie der im Winter für 40 Mio. Euro verpflichtete Conor Gallagher, zunächst auf der Bank. Er musste mit ansehen, wie seine Teamkollegen durch Dominic Solanke (34.) zunächst in Führung gingen, aber noch vor der Pause drei Gegentore kassierten: Ismaïla Sarr traf in der 40. Minute per selbst herausgeholtem Foulelfmeter und noch einmal in der siebten Minute der Nachspielzeit. Dazwischen besorgte Palaces Winterzugang Jørgen Strand Larsen (45.+1) die Führung.
In den kommenden drei Partien kann Tottenham auch den letzten Anker für eine halbwegs zufriedenstellende Saison verspielen: Im Champions-League-Achtelfinale geht es am 10. und 18. März gegen Atlético Madrid. Dazwischen wartet in Anfield der FC Liverpool und vor der Länderspielpause steht das extrem wichtige Duell mit Nottingham im Tottenham Hotspur Stadium an (zu Tottenhams Spielplan).
