Streit um Bezeichnung

„Veggie-Burger“-Verbot der EU scheitert

Aktualisiert am 07.03.2026 – 11:54 UhrLesedauer: 2 Min.

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Kidneybohnen statt Rinderhack: ein Veggie-Burger. (Symbolbild) (Quelle: Doreen Hassek/haupstadtkueche.blogspot.com/dpa-tmn/dpa-bilder)

Einigung im Streit über die Bezeichnung von fleischlosem Essen: Sojawurst bleibt Sojawurst und Veggie-Burger bleiben Veggie-Burger. Auch die Union ist zufrieden.

Wende im Streit um die Bezeichnung von Veggie-Burgern: Das Vorhaben, den Namen für die fleischlose Speise zu verbieten, ist am Donnerstag auf EU-Ebene gescheitert.

Nur Begriffe mit einem klaren Tierbezug wie „Beef“ (Rind), „Pork“ (Schwein) und „Chicken“ (Hühnchen) sowie für Einzelteile wie Schlegel oder Rinderhüfte dürfen nicht mehr für vegetarische oder vegane Produkte genutzt werden, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf EU-Unterhändler in Brüssel. Im Klartext: Sojawurst bleibt Soja-Wurst und „Veggie-Burger“ bleiben „Veggie-Burger“.

Die christdemokratische Europaabgeordnete Céline Imart aus Frankreich hatte ein weitreichenderes Verbot vorgeschlagen und wollte damit nach eigener Aussage die Interessen französischer Rinderbauern schützen. Sie vertritt zudem die Auffassung, im Supermarkt gebräuchliche Namen wie „Veggie-Burger“ seien irreführend.

Der einflussreiche deutsche Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) sagte hingegen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: Er „habe ein gewisses Verständnis dafür, dass man direkte Tiernamen nicht für Produkte nutzen sollte, die nicht vom Tier stammen“, so Liese, doch er erachte den erzielten Kompromiss für „unbedingt notwendig“.

Verbraucherorganisationen wie BEUC widersprachen ihr vehement. „Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ist über diese Begriffe nicht verwirrt“, erklärte die BEUC-Expertin Irina Popescu. Sie forderte die EU-Gesetzgeber auf, stattdessen für klare Kennzeichnungen zu sorgen. Auch Lebensmittelkonzerne wie Aldi Süd, Lidl, Burgerking und Rügenwalder Mühle hatten sich gegen das Verbot ausgesprochen.

Die deutsche Bundesregierung lehnte ein Verbot ebenfalls ab. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) erklärte zwar, ein Schnitzel sei für ihn persönlich immer Fleisch. Er folgte aber der Linie der Verbraucherorganisationen: Verbraucherinnen und Verbraucher wüssten selbst am besten, was sie im Supermarkt kaufen.